Otome-Spiele leben von ihrer Fähigkeit, über reine Liebesgeschichten hinauszugehen. Viele Titel mischen Genres wie Action, Comedy oder sogar Horror in ihre Erzählungen. Salvus: Aries von Rosemilk Studio folgt diesem Trend und kombiniert Romantik mit düsterer Intrige. Obwohl sich das Spiel noch im Frühzugang befindet und aktuell nur einen Handlungsstrang bietet, überzeugt es bereits mit vielversprechenden Ansätzen und einer optisch ansprechenden Umsetzung.
Eine Geschichte nach dem Tod
Die Handlung setzt nach dem dramatischen Ende der Protagonistin Aina ein. Sie wird öffentlich hingerichtet, nachdem man sie des Verrats und der Unterstützung eines Mannes namens Felix beschuldigt. Ihr letzter Gedanke gilt der Hoffnung, dass ihr Opfer die Welt verändern kann. Doch statt zu sterben erwacht sie in der Nachwelt – genauer gesagt im Fegefeuer. Die genauen Ereignisse dort bleiben ihr jedoch verborgen, einzig die Erinnerung an ihre Enthauptung bleibt haften.
Sofort wird sie in ein Bürokomplex geleitet und erfährt, dass sie als Reaper arbeiten muss, um ihre Sünden zu sühnen. An ihrer Seite stehen dabei Caym, Orias, Seir, Valefar und Xaphan. Ihre neuen Kollegen erklären ihr, dass sie erst freigelassen wird, wenn die höheren Mächte mit ihrer Buße zufrieden sind – und dass ihre Unterstützung für den „bösen, bösen Mann“ fast zur Apokalypse geführt hätte. Die Erzählung springt somit zwischen den Ereignissen im Fegefeuer, der Nachwelt und Ainas wachsender Zuneigung zu einem ihrer Kollegen.
Frühzugang mit viel Potenzial
Bereits in der frühen Version überzeugt Salvus: Aries mit hoher Produktionsqualität. Die Synchronsprecher liefern eine starke Leistung, wobei in einigen Szenen noch Anpassungen bei der Lautstärke nötig sein könnten – insbesondere in Valefars Route. Die Charakterdesigns sind durchgehend liebevoll gestaltet und harmonisch umgesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Otome-Spielen wirken die CGs und Artworks hier konsistent, was den Gesamteindruck deutlich verbessert. Lediglich zusätzliche Porträts, die bestimmte Reaktionen auf Schlüsselszenen zeigen, könnten die Immersion noch steigern.
In puncto Spielmechanik folgt das Spiel dem klassischen Otome-Schema: Nach einem gemeinsamen Handlungsstrang verzweigt sich die Geschichte in spezifische Routen für die Charaktere, deren Zuneigung am Ende am höchsten ist. Auffällig ist die Ähnlichkeit zu Mystic Messenger, da auch hier Anrufe und Textnachrichten als romantische Optionen eingebunden sind. Da es sich um einen Frühzugang handelt, konnte bisher nur Valefars Route erkundet werden. Der Charakter wirkt jedoch bereits jetzt als einer der stabilsten und vielversprechendsten in der Geschichte.
Fazit: Ein vielversprechender Start
Salvus: Aries hat das Potenzial, sich als eines der herausragenden Otome-Spiele des Jahres zu etablieren. Die Mischung aus düsterer Atmosphäre, packender Story und hochwertiger Grafik macht es zu einem Titel, der Fans des Genres nicht verpassen sollten. Auch wenn der Frühzugang noch nicht alle Inhalte bietet, lohnt sich ein Blick bereits jetzt – besonders für alle, die nach einer ungewöhnlichen, emotionalen Liebesgeschichte mit Tiefgang suchen.