Die Los Angeles Rams haben mit der Verpflichtung von Quarterback Ty Simpson als 13. Pick im NFL-Draft für eine Überraschung gesorgt. Doch während General Manager Les Snead die Entscheidung in der Pressekonferenz erklärte, wirkte Head Coach Sean McVay ungewöhnlich zurückhaltend.
Normalerweise strahlt McVay in solchen Situationen Optimismus aus – doch diesmal blieb er auffällig wortkarg. Während Snead die Gründe für die Wahl erläuterte, steckte McVay die Hände in die Taschen und gab kaum zusätzliche Kommentare ab.
Auf die Frage, was Simpson besonders qualifiziert, antwortete nicht McVay, sondern Snead: „Ich denke, am Ende geht es darum, Football zu verstehen – jemand, der ein Passing-Offense-System umsetzen kann. Er hat Mobilität. Das sind die wichtigsten Punkte. Es gibt noch viele weitere Faktoren, aber das sind die Hauptaspekte.“
McVay fügte dieser Einschätzung nichts hinzu. Später erklärte er jedoch: „Wir haben die Bedeutung von Jimmy [Garoppolo] betont. Jetzt können wir jemanden hinzufügen, dessen Spielweise wir über einen längeren Zeitraum bewerten konnten. Er wurde an der Position eingesetzt und viele Konzepte – wie das Lesen mit den Füßen, Play-Action und Bewegungsmuster – ähneln denen, die wir hier nutzen. Das macht die Bewertung einfacher.“
Trotzdem wirkte McVay nicht begeistert. Möglicherweise sollte seine Zurückhaltung signalisieren, dass Simpson nicht als direkter Nachfolger von Matthew Stafford vorgesehen ist – ähnlich wie die Packers es mit Jordan Love bei Aaron Rodgers taten. „Lassen Sie mich eines klarstellen: Dies ist Matthews Team“, betonte McVay.
Falls McVays zurückhaltende Haltung nicht Teil einer Strategie war, um Staffords Position zu unterstreichen, wirkt das Ergebnis seltsam. McVay gilt als einer der besten Quarterback-Trainer der Liga und hat in zehn Jahren bei den Rams genug Einfluss, um solche Entscheidungen zu beeinflussen. Warum also Simpson wählen, wenn er nicht voll dahintersteht?
Möglicherweise sind die Rams die jährliche Unsicherheit um Stafford leid. Doch selbst wenn Stafford 2025 nicht mehr spielt, bleibt der Vertrag bis 2026 bestehen. Die Rams könnten sich als attraktives Ziel für Free Agents präsentieren – vorausgesetzt, sie finden eine Lösung für die Zukunft.