Seattles sozialistische Bürgermeisterin Katie Wilson hat eine klare Botschaft an wohlhabende Bürger, die Washington wegen der steigenden Steuerlast verlassen: „Tschüss!“ Mit einem spöttischen Lachen und einer Handbewegung kommentierte sie deren Abwanderung – und erhielt dafür tosenden Applaus von einem überwiegend progressiven Publikum.
Unternehmer und Investoren werden diese Aussage zweifellos in ihre Standort- und Lebensentscheidungen einbeziehen. Das zeigen auch aktuelle Studien: Menschen ziehen häufig aus Hochsteuerstaaten weg, um niedrigere Abgaben zu zahlen. Doch die Realität sieht anders aus als Wilsons optimistische Prognose.
Steuerflucht: Immer mehr Unternehmen und Milliardäre verlassen Washington
Wilson äußerte sich bei einer Diskussionsrunde am 16. April zum Thema „Die neuen Progressiven“ an der Seattle University. Gemeinsam mit King County Executive Girmay Zahilay beantwortete sie Fragen des Moderators Joni Balter und einer Studentin. Auf die Sorge, dass Unternehmen wegen der steigenden Steuerlast Seattle oder Washington verlassen könnten, räumte Zahilay ein: „Alles ist ein Kompromiss. Natürlich können Steuern Unternehmen dazu bewegen, über Bleiben oder Gehen nachzudenken.“
Wilson, die sich selbst als „Sozialistin“ bezeichnet, wurde von der Studentin Ari Winter gefragt, ob sie progressive Steuern weiterhin als einfache und vielversprechende Lösung sehe. Ihre Antwort fiel eindeutig aus: „Es ist sehr aufregend, dass die Milliardärssteuer die Legislative passiert hat.“ Sie verwies auf ihre langjährige Unterstützung für höhere Steuern und fügte hinzu: „Die Behauptung, dass Millionäre unseren Staat verlassen werden, ist maßlos übertrieben. Und wenn sie gehen – tschüss!“ Mit einer lässigen Geste und einem spöttischen Lachen unterstrich sie ihre Aussage, während das Publikum jubelte.
Steuerpolitik auf dem Prüfstand: Wer geht wirklich?
Doch die Fakten sprechen eine andere Sprache. Immer mehr Unternehmen und wohlhabende Bürger verlassen Washington aus Steuergründen:
- Fisher Investments verlegte seinen Hauptsitz von Washington nach Texas, um der neuen Kapitalertragssteuer zu entgehen.
- Starbucks baut ein neues Firmenzentrum in Tennessee und verlagert Jobs dorthin – ebenfalls aus Steuerüberlegungen.
- Jeff Bezos verkaufte Aktien im Wert von rund 15 Milliarden Dollar, bevor das neue Gesetz in Kraft trat, und sparte damit potenziell über eine Milliarde Dollar an Steuern. Zudem verlegte er seinen Hauptwohnsitz nach Florida, um zukünftige Aktienverkäufe nicht der neuen Abgabe zu unterwerfen.
- Microsoft kritisierte die Steuerpolitik Washingtons und drohte damit, Jobs in andere Bundesstaaten zu verlagern.
Washington hat bereits eine hohe Steuerlast, die durch die kürzlich eingeführte Kapitalertragssteuer noch verschärft wurde. Im März unterzeichnete Gouverneur Bob Ferguson zudem eine „Millionärssteuer“, die Einkommen über einer Million Dollar mit 9,9 Prozent besteuert. Diese zusätzlichen Belastungen summieren sich – besonders in einer Stadt, die von sozialistischen Politikern regiert wird.
Bereits vor Verabschiedung der neuen Steuer warnte die Tax Foundation davor, dass die geplante „Millionärssteuer“ in Kombination mit anderen Abgaben zu einem Spitzensteuersatz von 18,037 Prozent auf Löhne und eingeschränkte Aktienoptionen (RSUs) in Seattle führen würde – dem höchsten Satz in den gesamten USA.
„Die Steuerpolitik Washingtons treibt Unternehmen und Investoren in andere Bundesstaaten. Die Rhetorik der Bürgermeisterin ignoriert die Realität – und die Folgen für die Wirtschaft.“