Ich vergesse Namen. Nicht aus Desinteresse, sondern weil mein Gehirn einfach nicht dafür gemacht ist. Während es sich an nebensächliche Details wie die Bestellung der Familie in einem Restaurant aus dem Jahr 2023 erinnert, scheitert es kläglich daran, Gesichter mit Namen zu verknüpfen – besonders nach längerer Zeit.

Vor einigen Jahren habe ich meinen Stolz überwunden und eine einfache Lösung gefunden: eine „Menschen“-Notiz auf meinem Smartphone. Dort trage ich alle Personen ein, die ich treffe, ergänzt um kurze Beschreibungen. Kein aufwendiges System, aber es hat mich bereits vor peinlichen Momenten bewahrt.

Wie die Notiz funktioniert

In meiner bevorzugten Notiz-App Obsidian habe ich eine zentrale Datei namens „People“. Diese ist in Kategorien unterteilt, etwa „Nachbarschaft“ oder „Schulkinder-Eltern“. Unter jeder Überschrift liste ich die Personen auf, die ich in diesem Umfeld kennengelernt habe – inklusive kurzer Merkmale, die mir helfen, sie wiederzuerkennen.

Vor sozialen Anlässen werfe ich einen Blick auf die Liste, um mich vorzubereiten. Danach ergänze ich neue Kontakte, solange die Informationen noch frisch sind. Die Einträge sind bewusst knapp gehalten, etwa: „Steve: Groß, mag Baseball“. Oft reicht das aus, um sich zu erinnern. Gelegentlich füge ich zusätzliche Details hinzu, die für spätere Gespräche nützlich sein könnten – aber nicht so viele, dass die Übersicht verloren geht.

Keine spezielle App nötig

Die Lösung funktioniert mit jeder Notiz-App: Apple Notes, Google Keep oder ähnliche Tools. Entscheidend ist, dass die Liste schnell und unkompliziert auf dem Smartphone abrufbar ist. Niemand möchte erst den Laptop aufklappen oder sich durch Menüebenen kämpfen, um sich an einen Namen zu erinnern.

Warum keine „Personal CRM“-Apps?

Es gibt spezialisierte Anwendungen wie Clay, Dex oder Monica, die als „Personal CRM“ beworben werden. Diese bieten Funktionen wie Erinnerungen, Beziehungsnetzwerke oder Aktivitätsprotokolle – ähnlich wie Software für Kundenbeziehungen im Berufsleben. Für mich sind sie jedoch überdimensioniert. Ich brauche keine komplexe Verwaltung meines Soziallebens, sondern eine schnelle Möglichkeit, grundlegende Details festzuhalten.

Wichtige Geburtstage sind ohnehin im Kalender vermerkt, Telefonnummern und E-Mails in den Kontakten gespeichert. Manchmal reicht eben ein einfaches Notizsystem – kombiniert mit einer klaren Struktur.

Falls auch Ihr Gehirn Namen und Gesichter nur schlecht verknüpft, könnte diese Methode genau das Richtige sein.