Stress gehört zum Arbeitsalltag jeder Führungskraft. Doch manchmal wird er unerträglich. Wie Flugbegleiter in Notfallsituationen erst die eigene Sauerstoffmaske anlegen müssen, bevor sie anderen helfen, gilt auch für Führungskräfte: Nur wer selbst gesund ist, kann sein Team und sein Unternehmen erfolgreich leiten.
Es gibt keine universelle Lösung – jeder muss seinen eigenen Weg finden. Doch viele Ansätze lassen sich in Kategorien einteilen: Bewegung, Schlaf und gesunde Ernährung. Wie genau das umgesetzt wird, bleibt jedem selbst überlassen. Wir haben 23 Mitglieder des Fast Company Impact Council gefragt, wie sie in stressigen Phasen ihre körperliche und mentale Gesundheit stärken. Ihre Antworten können auch anderen Führungskräften helfen.
Diese Strategien helfen Führungskräften in Krisenzeiten
1. Die 8-1-1-Regel: Schlaf, Bewegung und Achtsamkeit
Victoria Repa, Gründerin von BetterMe, setzt auf ein striktes Tagesregime: 8 Stunden Schlaf, 1 Stunde Bewegung und 1 Stunde Achtsamkeit. Früher arbeitete sie bis zum Umfallen, doch nach einem Burnout änderte sie ihre Prioritäten. Heute praktiziert sie täglich Yoga oder Pilates, spielt Tennis und Golf und meditiert 40 Minuten lang. Zusätzlich widmet sie sich 10–15 Minuten Pranayama-Übungen, um ihre Energie zu steigern. „Diese Routine hilft mir, fokussiert, diszipliniert und gelassen zu bleiben – genau das, was im Businessalltag nötig ist“, sagt sie.
2. Resilienz ist ein Mannschaftssport
Meredith Rosenberg, Gründerin von NU Advisory Partners, entdeckte während der Pandemie eine Leidenschaft fürs Laufen. Seitdem hat sie zwölf Marathons absolviert, darunter fünf der sechs World Majors. Doch nicht ihre Laufzeiten prägen sie, sondern die Erfahrung, anderen Läufern über die Ziellinie zu helfen. „In schwierigen Momenten merkt man schnell: Es geht nicht nur um individuelle Leistung“, erklärt sie. Diese Erkenntnis überträgt sie auf ihre Führungsarbeit. Laufen gibt ihr nicht nur Disziplin und Klarheit, sondern zeigt ihr auch, dass Resilienz ein Teamprojekt ist. „Man kann von Mitarbeitern nicht verlangen, Krisen allein zu meistern.“
3. Ein Trainingspartner gibt Halt
R. Ethan Braden von der Texas A&M University schwört auf seinen Trainingspartner: Jeden Morgen um 5:30 Uhr trainieren sie gemeinsam. „Besonders in stressigen Phasen versuchen wir, die Basics zu schützen“, sagt er. „Etwas ist besser als nichts: eine kürzere Einheit, ein Spaziergang, mehr Wasser, eine bessere Nachtruhe oder ein paar Minuten Stille zum Reset.“ Auch wenn die Arbeitsbelastung steigt, sollte das nicht zu Selbstzerstörung führen.
4. Politikfreie Zone für mentale Stärke
Ein Top-Manager trainiert zweimal täglich 40 Minuten, isst proteinreich (mindestens 100 Gramm pro Tag) und vermeidet negative Nachrichten. „Ich schaue weder politische noch damit verbundene Inhalte – egal auf welchem Kanal“, betont er. Stattdessen liest er das Wall Street Journal und beobachtet die Börsenentwicklung. Sein Motto: „Umgebung prägt den Geist.“
5. Bewegung als Ventil für Stress
Ein weiterer CEO nutzt Sport als Ausgleich. „Ich gehe dreimal pro Woche ins Fitnessstudio und spiele regelmäßig Tennis“, erzählt er. „Das hilft mir, den Kopf freizubekommen und neue Energie zu tanken.“ Besonders in hektischen Phasen ist Bewegung für ihn unverzichtbar.
6. Schlaf als Erfolgsfaktor
Eine Führungskraft betont die Bedeutung von ausreichend Schlaf: „Sieben bis acht Stunden pro Nacht sind für mich nicht verhandelbar. Nur so kann ich klar denken und Entscheidungen treffen.“
7. Mentale Stärke durch Meditation
Ein Tech-Unternehmer meditiert täglich 20 Minuten. „Das gibt mir die nötige Ruhe, um auch in turbulenten Zeiten einen kühlen Kopf zu bewahren“, erklärt er. „Meditation hilft mir, Prioritäten zu setzen und fokussiert zu bleiben.“
8. Gesunde Ernährung für mehr Energie
Eine weitere Führungskraft setzt auf eine ausgewogene Ernährung: „Ich vermeide Zucker und Fast Food. Stattdessen esse ich viel Gemüse, Proteine und gesunde Fette. Das gibt mir die Energie, die ich für meinen anspruchsvollen Job brauche.“
9. Zeit für Familie und Freunde
„Auch wenn die Arbeit ruft, nehme ich mir bewusst Zeit für meine Familie und Freunde“, sagt ein CEO. „Diese Beziehungen geben mir Kraft und erinnern mich daran, was wirklich wichtig ist.“
10. Digital Detox für mentale Gesundheit
Ein Unternehmer verzichtet an Wochenenden komplett auf digitale Geräte. „Das hilft mir, abzuschalten und neue Energie zu tanken“, erklärt er. „Ohne ständige Erreichbarkeit kann ich mich besser erholen.“
Fazit: Gesundheit ist kein Luxus, sondern Pflicht
Die Beispiele zeigen: Es gibt unzählige Wege, in stressigen Zeiten gesund zu bleiben. Ob durch Bewegung, Schlaf, Ernährung oder mentale Stärke – jeder muss seinen eigenen Weg finden. Doch eines ist klar: Wer seine Gesundheit vernachlässigt, riskiert nicht nur persönliches Leid, sondern auch das Scheitern seines Teams und Unternehmens. Gesundheit ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für nachhaltigen Erfolg.