Ein Controller, der nur mit Steam funktioniert
Der Steam Controller von Valve ist kein klassischer PC-Controller. Sein Hauptzweck ist das Spielen von PC-Spielen – allerdings ausschließlich über die Plattform Steam. Er ist weder mit Android- oder iOS-Geräten kompatibel noch mit Konsolen, mit Ausnahme der Steam Deck.
Um ein Spiel mit dem Steam Controller zu nutzen, muss Steam gestartet werden. Dies ist ein entscheidender Unterschied zu herkömmlichen Controllern, die direkt mit dem Betriebssystem kommunizieren. Valves langfristiges Ziel ist die Kompatibilität mit der angekündigten Steam Machine, einer Konsole, die bisher weder veröffentlicht wurde noch einen Preis hat.
Die Steam Machine: Valves Vision für das Wohnzimmer
Die Steam Machine sollte ursprünglich Anfang dieses Jahres erscheinen und PC-Spiele direkt ins Wohnzimmer bringen – in einem kompakten, leistungsstarken Gerät. Geplant waren Features wie 4K-Gaming bei 60 FPS mit FSR, 512 GB oder 2 TB SSD-Speicher sowie Kompatibilität mit dem Steam Frame VR-Headset. Aufgrund von Lieferengpässen in der Tech-Branche verzögert sich die Veröffentlichung jedoch. Der Steam Controller ist somit der erste Schritt in Valves Strategie, den Wohnzimmer-Markt zu erobern.
Der Controller selbst erscheint am 4. Mai und kostet 99 US-Dollar.
13 Jahre Entwicklung: Vom ersten Prototypen zur Reife
Die Entwicklung des Steam Controllers begann 2013 mit der ersten Ankündigung. Nach Jahren der Weiterentwicklung und der Einführung der Steam Deck im Jahr 2022 zeigt sich nun, dass sich die Investition gelohnt hat. Das Ergebnis ist ein robustes, aber dennoch leichtes Gerät mit einem breiten Gehäuse, das an den legendären Duke-Controller erinnert.
Design und Haptik: Ein Controller für Kenner
Der Steam Controller überzeugt durch sein durchdachtes Design. Zwei quadratische Trackpads befinden sich unterhalb der analogen Sticks und der klassischen Face-Buttons. Trotz seiner Größe fühlt sich der Controller leicht, schlank und ausgewogen an – selbst in kleineren Händen. Die Griffe sind schmal und verfügen über vier kreisförmige Rückseiten-Buttons (zwei pro Seite), die sich auch ohne Spielaktivität angenehm bedienen lassen.
Die Schulterbuttons, Trigger, das D-Pad und die Face-Buttons bestehen aus glänzendem schwarzem Kunststoff. Alle Kanten sind abgerundet, was einen fließenden Übergang zwischen den Tasten ermöglicht. Die Trackpads stören nicht, wenn sie nicht benötigt werden, sind aber bei Nutzung extrem sensibel und fast hypnotisch in ihrer Reaktion. Sie ähneln den Trackpads der Steam Deck und zeigen die Bewegungen der Daumen mit kleinen, blasenartigen Pop-up-Effekten an.
Präzision ohne Drift: Die Joysticks des Steam Controllers
Der Controller nutzt Tunnel-Magnetoresistenz-Joysticks (TMR), eine Weiterentwicklung der Hall-Effekt-Sticks. Diese Technologie bietet maximale Präzision und langfristige Stabilität – ohne Drift-Risiko. Nach mehreren Tagen des Testens in verschiedenen Genres, darunter kompetitive Ego-Shooter, überzeugten die Joysticks durch Zuverlässigkeit und Genauigkeit. In Sachen Präzision und Gefühl ist der Steam Controller vergleichbar mit dem Razer Wolverine V3 Pro, meinem bisherigen Lieblings-PC-Controller.
Allerdings bevorzuge ich persönlich die wechselbaren Mikroschalter, die gummierte Oberfläche und das präzise Klickgefühl des Razer-Controllers. Dafür kostet dieser etwa 100 US-Dollar mehr und bietet keine Trackpad-Funktionalität. Der Steam Controller bleibt somit ein Nischenprodukt mit klar definiertem Einsatzgebiet – aber ohne Garantie auf langfristigen Erfolg.
Fazit: Ein Controller auf der Suche nach seiner Bestimmung
Der Steam Controller ist ein interessantes Stück Hardware mit innovativen Features wie den Trackpads und den driftfreien Joysticks. Doch sein größter Nachteil ist gleichzeitig seine größte Einschränkung: Er funktioniert nur mit Steam. Ohne die angekündigte Steam Machine bleibt unklar, ob der Controller jemals sein volles Potenzial entfalten kann. Für Nutzer, die bereits tief in das Steam-Ökosystem eingebunden sind, könnte er eine lohnende Investition sein. Für alle anderen bleibt er ein kurioses Experiment – ein Gamepad auf der Suche nach einer Konsole.