Die Debatte um steigende Lebenshaltungskosten dominiert die politische Agenda in den USA. Während einige Beobachter Klimapolitik als unwichtig für die Mehrheit der Bevölkerung abtun, argumentiert eine einflussreiche Gruppe von Progressiven: Klimaschutz ist kein Luxus, sondern ein Schlüssel zur Bewältigung der Wirtschaftskrise.

Klimapolitik als Lösung für soziale Ungleichheit

Das Climate and Community Institute (CCI), eine linke Denkfabrik, hat kürzlich das Konzept „Stop Greed, Build Green“ vorgestellt. Die Initiative, die von Vertretern wie Naomi Klein und Patrick Bigger unterstützt wird, verbindet Klimaschutz mit sozialer Gerechtigkeit. „Die Klimakrise treibt die Inflation und die wirtschaftliche Instabilität voran“, heißt es in dem Papier. „Dekarbonisierung sollte nicht als Kostenfaktor, sondern als Instrument für bezahlbares Leben verstanden werden.“

Das CCI hat bereits Gesetzentwürfe für Politiker wie Alexandria Ocasio-Cortez und Bernie Sanders ausgearbeitet und war maßgeblich an einem wegweisenden Gesetz zur öffentlichen Energieversorgung in New York beteiligt. Mit ihrer neuen Kampagne widersprechen sie der wachsenden Kritik, Klimapolitik sei politisch nicht durchsetzbar.

Umfrage zeigt breite Unterstützung für grüne Wirtschaftspolitik

Eine aktuelle Studie des CCI in Zusammenarbeit mit der progressiven Forschungsfirma Data for Progress belegt: 70 Prozent der Wähler – darunter 65 Prozent der Republikaner – glauben, dass Klimaschutzmaßnahmen die Lebenshaltungskosten senken können. „Arbeiterfamilien, die lange von rechtspopulistischen Politikern wie Donald Trump angesprochen wurden, könnten für grüne Lösungen offen sein“, analysiert das CCI.

Die Denkfabrik präsentierte ihre Pläne kürzlich in New York mit Rednern wie Louise Yeung (Chef-Klimabeauftragte von Zohran Mamdani) und Vertretern der Democratic Socialists of America. Eine Woche später folgte ein Austausch in Washington mit ehemaligen Regierungsbeamten, Kongressmitarbeitern, Wissenschaftlern und Gewerkschaftsvertretern.

Von kurzfristigen Lösungen zu strukturellen Reformen

Während andere Demokraten die aktuelle Teuerung mit Klimapolitik verknüpfen, geht das CCI weiter: Es fordert nicht nur temporäre Entlastungen, sondern eine grundlegende wirtschaftliche Demokratisierung. „Echte Erschwinglichkeit bedeutet, das System umzubauen – nicht nur die Portemonnaies von Aktionären und Konzernchefs zu schonen“, betont Rakeen Mabud, Politökonomin und Senior Fellow beim CCI.

Die Initiative baut auf dem Green New Deal auf, der von Bewegungen wie Sunrise Movement geprägt wurde. Ihr Ziel: Klimaschutz mit sozialer Teilhabe verbinden und so eine gerechtere Wirtschaft schaffen. „Wir müssen uns auf die realen Nöte der Menschen konzentrieren“, fordert Bigger. „Nicht auf die Profite weniger.“

„Die Stärke unseres Ansatzes liegt darin, die falsche Annahme zu widerlegen, dass Klimaschutz das Leben teurer macht.“
Naomi Klein, Autorin und Mitgründerin des CCI