Neue Methode der Kraftstoffdiebe: Zerstörung statt Siphon

Mit steigenden Spritpreisen nehmen auch die Diebstähle von Kraftstoff zu. Da moderne Autos mit Anti-Siphon-Systemen ausgestattet sind, greifen Betrüger zu einer brutalen Methode: Sie bohren Löcher in die Gastanks, um das Benzin oder Diesel abfließen zu lassen. Die Folgen sind verheerend – für die Opfer.

Reparaturkosten übersteigen Diebesbeute

Die Reparatur eines durchbohrten Gastanks kann bis zu 3.000 Euro kosten. Oftmals wird der gesamte Tank ausgetauscht. Dabei stehlen die Täter oft nur für 25 Euro Sprit, während sie Schäden in vierstelliger Höhe verursachen.

Lupes Armas, Serviceberater in einer Werkstatt in Los Angeles, berichtet gegenüber The Detroit News, dass etwa einmal pro Woche ein durchbohrter Gastank in der Werkstatt landet. „Vergiss das Siphonieren. Die Diebe bohren einfach ein Loch und lassen den Kraftstoff in einen anderen Behälter fließen“, erklärt er. „Das bringt eine ganz neue Bedeutung in den Spruch ‚Bohren, Baby, bohren‘.“

Betroffener berichtet von traumatischem Erlebnis

Der 31-jährige Tasi Malala aus Arizona erlebte dies am eigenen Leib. Während er seinen Toyota-Pickup in Scottsdale betankte, bemerkte er plötzlich, wie Kraftstoff unter seinem Fahrzeug hervorquoll. „Ich sah unter den Wagen und sah, wie das Benzin nur so herausschoss“, sagt er. „Es sprudelte wie verrückt. Ich war völlig panisch.“ Der Dieb hatte ein perfekt rundes Loch in den Tank gebohrt. Malala musste rund 3.000 Euro für die Reparatur zahlen und war eine Woche ohne seinen Pickup.

Von Siphon zu Bohrer: Die Entwicklung der Diebstahlmethoden

In den 1970er-Jahren konnten Diebe noch einfach einen Schlauch in den Tank einführen und den Kraftstoff abziehen – eine Methode, die in Filmen und Serien dieser Zeit oft gezeigt wurde. Doch moderne Fahrzeuge haben diese Möglichkeit weitgehend unterbunden.

Heutige Autos verfügen über schmalere, gebogene Einfüllstutzen, interne Klappen und Anti-Siphon-Baffles, die das Einführen eines Schlauchs fast unmöglich machen. Zudem sorgen strengere Emissionsvorschriften für besser abgedichtete Kraftstoffsysteme. Diese Verbesserungen haben den Diebstahl zwar erschwert, doch die Betrüger haben sich angepasst – mit zerstörerischen Methoden.

Polizei fängt Dieb mit minimalem Beuteertrag

Die Polizei in Spokane verhaftete kürzlich einen Mann, der auf diese Weise Kraftstoff gestohlen haben soll. Er entwendete Sprit im Wert von nur 25 Euro, verursachte jedoch Schäden in Höhe von über 2.000 Euro am Fahrzeug. Eine umfassende Versicherung deckt solche Schäden meist ab, doch ohne Versicherungsschutz müssen die Besitzer die Kosten selbst tragen.

Experten vermuten, dass in Zukunft Metallplatten zum Schutz der Gastanks ähnlich gefragt sein könnten wie die aktuellen Maßnahmen gegen den Diebstahl von Katalysatoren.

Tipps zum Schutz vor Gastankdiebstahl

  • Parken in gut beleuchteten Bereichen: Diebe suchen sich oft unübersichtliche Orte aus.
  • Überwachungskameras: Eine sichtbare Kamera kann abschreckend wirken.
  • Parkplatzwahl: Nutzen Sie bewachte Parkplätze oder Garagen.
  • Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie regelmäßig den Zustand Ihres Fahrzeugs, insbesondere nach dem Parken an öffentlichen Orten.
Quelle: CarScoops