Trump erneuert Kriegsdrohungen gegen Iran
In einem neuerlichen Wutausbruch auf Truth Social hat US-Präsident Donald Trump am Sonntagmorgen Iran vorgeworfen, durch Angriffe auf Schiffe im Persischen Golf den Waffenstillstand mit den USA gebrochen zu haben. Gleichzeitig drohte er mit der Zerstörung der iranischen Energieinfrastruktur und weiterer kritischer Infrastruktur – ein Vorgehen, das nach internationalem Recht als Kriegsverbrechen gilt.
„Viele dieser Geschosse waren auf ein französisches Schiff und einen britischen Frachter gerichtet“, behauptete Trump ohne Belege. „Das war nicht nett, oder?“
Die USA und Iran hatten Anfang April eine zweiwöchige Waffenruhe vereinbart, die in dieser Woche ausläuft. Die Verhandlungen über eine Verlängerung gestalten sich schwierig, insbesondere wegen des Zugangs zur Straße von Hormus – der wichtigsten Ölpipeline der Welt. Trump schrieb in seinem Post: „Wir bieten einen sehr fairen und vernünftigen Deal an. Ich hoffe, sie nehmen ihn an. Wenn nicht, wird die USA jedes einzelne Kraftwerk und jede Brücke in Iran ausschalten. Schluss mit Mr. Nice Guy!“
Iran schließt Straße von Hormus – Schiffe unter Beschuss
Bereits am Samstag hatte die britische Organisation United Kingdom Maritime Trade Operations zwei Vorfälle gemeldet, bei denen Schiffe im Persischen Golf beschädigt wurden. Mehrere Schiffe kehrten daraufhin um. Laut Angaben des indischen Außenministeriums gehörten die betroffenen Schiffe zwei indischen Frachtern.
Der Vorfall ereignete sich einen Tag nach der erneuten Schließung der Straße von Hormus durch Iran. Zuvor hatte das Land die Wasserstraße für kurze Zeit vollständig geöffnet, um die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah zu unterstützen. Laut Al Jazeera begründete die iranische Revolutionsgarde die erneute Schließung damit, dass die USA ihre Blockade aller Schiffe in iranischen Häfen nicht aufheben würden.
Mohammad Bagher Ghalibaf, Parlamentspräsident des Iran, bezeichnete die US-Blockade in einer Fernsehansprache als „ungeschickte und ignorante Entscheidung“, die den Waffenstillstand verletze. Die Revolutionsgarde warnte, dass Schiffe, die die Straße während der Schließung passieren, als „Zusammenarbeit mit dem Feind“ gelten und entsprechend angegriffen würden.
Diplomatische Gespräche stocken – Tote im Iran
Trump kündigte in seinem Truth-Social-Post an, dass US-Vertreter am Montag in Pakistan eintreffen würden, um neue Verhandlungen mit Iran zu führen. Ob Teheran Vertreter entsenden wird, ist laut Associated Press noch unklar. Angesichts des gescheiterten Verhandlungsversuchs von Außenminister JD Vance letzte Woche scheint eine Einigung unwahrscheinlich.
Seit Ende Februar wurden im Iran laut Angaben des iranischen Forensikchefs mehr als 3.000 Menschen durch US- und israelische Angriffe getötet. Das US-Militär bestätigte 13 gefallene Soldaten in der Region.
Hintergrund: Straße von Hormus als strategischer Brennpunkt
- Die Straße von Hormus ist die wichtigste Ölpipeline der Welt – etwa 20 % des globalen Öltransports passieren sie.
- Iran kontrolliert den nördlichen Zugang zur Meerenge und kann bei Eskalationen den Schiffsverkehr blockieren.
- Internationale Experten warnen vor einer weiteren Destabilisierung der Region, falls die Waffenruhe scheitert.