Washington – Die Auseinandersetzung zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Komiker Jimmy Kimmel eskaliert weiter. Wie aus Kreisen der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) verlautet, prüft die Behörde nun vorzeitig die Sendelizenzen des Disney-Konzerns. Hintergrund ist Kimmels jüngste Satire beim Weißen Haus-Korrespondenten-Dinner, bei der er Melania Trump als „strahlende Witwe“ bezeichnete.

Nur wenige Tage später versuchte ein mutmaßlicher Attentäter, den Abend zu stören. Konservative Kreise machten daraufhin Kimmels Äußerungen für die Tat verantwortlich – obwohl der Täter in seinem angeblichen Manifest andere Gründe nannte, darunter Trumps Haltung zu Religion, Ukraine und seine Vorwürfe gegen Joe Biden.

Trotzdem griffen Melania Trump, der Präsident selbst sowie Mitarbeiter des Weißen Hauses Kimmel öffentlich an. Wie Semafor berichtet, steht die FCC-Prüfung noch nicht fest – die Behörde könnte die Untersuchung auch einstellen. Dennoch sendet das Signal: Die Regierung übt Druck auf Disney aus, den Moderator zu entlassen.

Bereits Anfang des Monats hatte FCC-Vorsitzender Brandon Carr in einem Interview mit Fox News angedeutet, dass Disneys Lizenzen gefährdet sein könnten. Begründung: Der Konzern fördere angeblich „Rassen- und Geschlechterdiskriminierung“ durch Diversity-Programme. „Wenn sich der Verdacht bestätigt, dass Disney Diskriminierung betreibt, stellt das die moralische Eignung des Konzerns infrage, überhaupt eine Sendelizenz zu besitzen“, so Carr.

Disney und ABC hatten sich bereits zuvor Trumps Forderungen widersetzt, als sie Kimmel nach seiner Kritik an der konservativen Reaktion auf den Tod von Charlie Kirk wieder einsetzten. Carr drohte damals mit Lizenzentzug, falls der Sender den Moderator nicht entlasse. In einem rechtsextremen Podcast warnte er kürzlich: „Wenn Disney und ABC nicht gegen Kimmel vorgehen, riskieren sie die Aussetzung ihrer Senderechte.“