Präsident Donald Trump hat mit einer überraschenden Ankündigung seine eigenen Regierungsmitglieder in Verlegenheit gebracht. In einem Post auf Truth Social erklärte er am Dienstagabend, das geplante „Project Freedom“ – eine Mission der US-Marine zur Begleitung von Handelsschiffen durch die Straße von Hormuz – für eine „kurze Zeit“ auszusetzen. Der Grund: die laufenden Verhandlungen mit dem Iran.

Trump schrieb:

„Wir haben uns gegenseitig darauf geeinigt, dass die Blockade weiterhin in vollem Umfang besteht. Gleichzeitig wird Project Freedom vorübergehend pausiert, um zu prüfen, ob eine endgültige und unterzeichnete Vereinbarung erreicht werden kann.“

Doch nur wenige Stunden zuvor hatten hochrangige Vertreter seiner Regierung das Vorhaben noch öffentlich verteidigt und gelobt. Verteidigungsminister Pete Hegseth und Außenminister Marco Rubio präsentierten das Projekt in separaten Pressekonferenzen als entscheidenden Schritt zur Öffnung der strategisch wichtigen Wasserstraße.

Hegseth betonte, dass bereits zwei US-Handelsschiffe sowie amerikanische Zerstörer die Straße von Hormuz sicher durchquert hätten – ein Beweis dafür, dass der Iran seine Kontrollansprüche nicht durchsetzen könne. „Hunderte weitere Schiffe aus aller Welt stehen bereit, um mit US-Unterstützung die Straße zu verlassen“, so Hegseth. „Wir behalten die Oberhand, und Project Freedom stärkt diese Position.“

Rubio ergänzte, das Projekt sei ein zentraler Baustein für eine friedliche Lösung im Konflikt mit dem Iran:

„Operation Epic Fury ist abgeschlossen. Wir haben unsere Ziele erreicht. Wir streben keine weitere Eskalation an, sondern bevorzugen den Weg des Friedens. Was der Präsident anstrebt, ist ein Abkommen.“

Doch Trumps plötzliche Kehrtwende warf die zuvor präsentierte Argumentation über den Haufen. Während Rubio betonte, das Projekt sei defensiv angelegt und die USA würden nur im Falle eines Angriffs zurückschießen, setzte Trump das Vorhaben nun aus – und ließ seine Minister damit in einer unangenehmen Position zurück.

Die Zukunft des Konflikts mit dem Iran bleibt damit ungewiss. Trump selbst schwankt zwischen Kriegsrhetorik und der Betonung von Verhandlungslösungen. Seine jüngste Entscheidung unterstreicht einmal mehr die mangelnde strategische Kontinuität in der US-Politik gegenüber Teheran.