Washington – US-Präsident Donald Trump setzt sich persönlich dafür ein, dass republikanische Senatoren den demokratischen Senator John Fetterman für ihre Partei gewinnen. Sollte Fetterman tatsächlich die Seiten wechseln, wäre dies laut Politico vor allem auf Trumps Lobbyarbeit, eine mögliche finanzielle Unterstützung sowie den Einfluss republikanischer Senatoren wie Dave McCormick und Katie Britt zurückzuführen. Eine anonyme Quelle gab an, Fetterman stehe dem Gedanken offen gegenüber.
Fox-News-Moderator Sean Hannity enthüllte während eines Interviews mit Fetterman im März dessen Gespräche mit Trump:
„Ich habe gestern Abend mit Präsident Trump gesprochen und ihm gesagt, dass Sie heute in meiner Sendung sind. Er meinte: ‚Okay. Ich möchte Ihnen einen Job geben. Ihre Aufgabe ist es, ihm zu sagen: Er wird als Republikaner antreten, wir werden ihn voll unterstützen, er wird mehr Geld bekommen, als er sich je erträumt hat, und er wird einen großen Sieg einfahren.‘“
Doch Fetterman bleibt – zumindest öffentlich – bei seiner Partei. In einem Interview mit Politico betonte er:
„Ich wechsle nicht. Ich bin Demokrat und bleibe es. … Ich wäre ein schlechter Republikaner.“
Doch seine politischen Positionen lassen Zweifel an seiner Loyalität zur Demokratischen Partei aufkommen. Seit seinem ersten Wahlkampf vor acht Jahren, der von Bernie Sanders unterstützt wurde, und auch während seiner Senatskampagne 2022, hat Fetterman wiederholt rhetorische und legislative Unterstützung für Trumps Agenda gezeigt – während er gleichzeitig die linke Basis verprellte, die ihm zum Sieg verhalf.
Fetterman war der erste demokratische Senator, der Trump im Mar-a-Lago traf, und verteidigte die Arbeit der Einwanderungsbehörde ICE, indem er Forderungen nach deren Abschaffung als „unangemessen und empörend“ bezeichnete. Zudem stimmte er als einziger Demokrat gegen die Einschränkung von Trumps Kriegsbefugnissen im Iran und zählt zu den stärksten Unterstützern Israels im Senat. In einem Gespräch soll er laut Berichten geäußert haben: „Lasst uns wieder töten“, bezogen auf die israelische Militäroffensive in Gaza. Fetterman bestritt diese Darstellung später.
Auch in seinem Heimatstaat Pennsylvania genießt Fetterman kaum noch Rückhalt. Anfang des Monats konnte keiner seiner demokratischen Kollegen im Repräsentantenhaus eine Empfehlung für seine Wiederwahl 2028 aussprechen, wie Punchbowl News berichtete. Diese Aussagen unterstreichen die angespannte Beziehung zwischen Fetterman und seiner eigenen Partei.
Die Unbeliebtheit Fettermans bei Demokraten ist eklatant: Eine aktuelle Umfrage von CNN zeigt, dass sein Netto-Zustimmungswert unter demokratischen Wählern in Pennsylvania seit seinem Amtsantritt um 108 Punkte gefallen ist – von +68 im Jahr 2023 auf -40 im Jahr 2026. CNN-Analyst Harry Enten kommentierte:
„Er liegt da unten mit der Titanic. Es gibt keine historische Parallele zu seiner Unbeliebtheit.“
Angesichts dieser Entwicklungen erscheint es nur folgerichtig, dass Trump nun aktiv um den Mann wirbt, den er als seinen „Lieblingsdemokraten“ bezeichnet.