Washington — Präsident Donald Trumps überraschende Erklärung, die Feindseligkeiten mit dem Iran seien „beendet“, hat die Strategie der Demokraten zur Kriegsmacht des US-Kongresses in eine tiefe Krise gestürzt. Wie aus Informationen von Axios hervorgeht, hatten die Demokraten im Repräsentantenhaus unter Führung des Progressive Caucus geplant, täglich über Kriegsvollmachten abzustimmen. Doch nun ist unklar, ob und wie dieses Vorhaben nach der Rückkehr des Kongresses nächste Woche fortgesetzt werden kann.

Mehrere Abgeordnete und Mitarbeiter bestätigten Axios, dass die Demokraten ihre Pläne derzeit intern überdenken. „Es gibt noch viel zu klären bis nächste Woche“, zitiert Axios eine ranghohe progressive Abgeordnete. „Wer weiß schon, wie oft Trump seine Position bis dahin noch ändern wird?“

Trumps Erklärung als strategischer Schachzug

Die jüngsten Entwicklungen begannen mit einem Schreiben Trumps an den Kongress, in dem er erklärte, die Feindseligkeiten mit dem Iran hätten am 7. April 2026 mit einem von ihm ausgehandelten Waffenstillstand geendet. Seitdem gebe es keine Schusswechsel mehr zwischen US-Truppen und iranischen Streitkräften, so Trump in dem Schreiben.

Doch die Demokraten widersprechen dieser Darstellung vehement. Sie verweisen auf die anhaltende militärische Blockade iranischer Schiffe im Golf von Oman sowie auf Drohungen, die Bombardierungen jederzeit wieder aufzunehmen. Rep. Jared Huffman (Demokraten, Kalifornien) kommentierte gegenüber Axios:

„Bei einer aktiven Blockade, Schießereien und der ständigen Drohung, jederzeit wieder zu bombardieren, nimmt niemand diese Argumentation ernst.“

Republikaner könnten Demokraten-Pläne blockieren

Trumps Erklärung könnte ein strategischer Schachzug sein, um die 60-Tage-Frist des War Powers Act zu umgehen. Dieser verlangt, dass der Präsident innerhalb von 60 Tagen nach Beginn eines Konflikts die Zustimmung des Kongresses für weitere Militäroperationen einholt. Durch die Erklärung, der Krieg sei beendet, umgeht Trump diese Verpflichtung.

Doch einige demokratische Abgeordnete fürchten, dass die Erklärung auch als Vorwand genutzt werden könnte, um ihre Bemühungen zu blockieren, tägliche Abstimmungen über Kriegsvollmachten zu erzwingen. Ein republikanischer Sprecher des Repräsentantenhauses reagierte nicht auf Anfragen von Axios.

Interne Diskussionen über den nächsten Schritt

Ein demokratischer Abgeordnete, der anonym bleiben wollte, erklärte gegenüber Axios, die Mehrheit im Repräsentantenhaus könnte argumentieren, dass „keine Feindseligkeiten im Sinne der Kriegsvollmachten mehr bestehen“ und daher keine Abstimmungen nötig seien. „Das wäre ein harter Weg für die Republikaner“, so der Abgeordnete, „aber alles ist möglich.“

Laut Informationen von Axios könnte die Angelegenheit an den Parlamentsberater des Repräsentantenhauses weitergeleitet werden, um die rechtliche Grundlage zu klären. „Wir werden sehen, ob es eine Strategieänderung gibt, wenn wir nächste Woche zurück sind“, sagte Huffman.

Unklare Zukunft der Kriegsvollmachten-Initiativen

Mehrere demokratische Abgeordnete, die in den letzten Wochen Kriegsvollmachten-Resolutionen eingebracht hatten, reagierten nicht auf Anfragen von Axios oder gaben keine klaren Antworten. Ein Sprecher von Rep. Jason Crow (Demokraten, Colorado) bestätigte lediglich, dass Crow und Rep. Seth Moulton (Demokraten, Massachusetts) auch nach Trumps Erklärung eine Resolution einbrachten — ein mögliches Signal dafür, dass sie ihre Pläne fortsetzen wollen.

Quelle: Axios