Teure Visionen: Trump will Washington DC nach seinem Bild formen
Die Pläne von Donald Trump, Teile der US-Hauptstadt Washington DC nach seinen Vorstellungen umzugestalten, werden immer größer – und teurer. Ein enger Vertrauter des Ex-Präsidenten wirbt nun für Spenden an eine Stiftung, die einen geplanten monumentalen Skulpturengarten sowie die Sanierung eines zentralen Golfplatzes in DC finanzieren soll.
Erste Anzeichen: Abrissarbeiten am East Potomac Golf Course
Bereits im vergangenen Jahr begannen am öffentlichen Golfplatz East Potomac Golf Course in Washington DC erste Abrissarbeiten. Dumpfer transportierten Schutt und Erde zum 4. Loch, wo sich ein riesiger Hügel auftürmte. Wie sich später herausstellte, handelte es sich dabei um die Überreste des alten Ostflügels des Weißen Hauses.
Föderale Übernahme und neue Pläne
Wie die Washington Post berichtet, wirbt die Trump-Vertraute Meredith O’Rourke nun für Spenden, um den Golfplatz in eine hochkarätige Turnieranlage umzuwandeln. Parallel soll der „Garden of American Heroes“ entstehen – ein Skulpturenpark mit rund 250 realistischen Statuen berühmter Amerikaner wie Elvis Presley, Kobe Bryant, Alfred Hitchcock und Dr. Seuss. Der Park soll auf benachbartem Bundesland entstehen.
Laut Washington Post wird die Bundesregierung den Golfplatz ab Sonntag offiziell übernehmen. Die Pläne sehen vor, dass die meisten nicht-golfbezogenen Aktivitäten auf dem Gelände – darunter Radwege und Picknickflächen – verschwinden.
Kostenexplosion: Skulpturenpark könnte über 50 Millionen Dollar kosten
Die Umsetzung des Skulpturenparks ist ein langjähriges Projekt Trumps. Die Statuen allein könnten laut New York Times über 50 Millionen Dollar kosten. Der Kongress hat jedoch bisher nur 40 Millionen Dollar für das Vorhaben bewilligt.
Weitere Projekte: DC soll Trumps Erbe tragen
Die Umgestaltungspläne sind Teil einer Reihe von Vorhaben, mit denen Trump Washington DC nach seinem Bild prägen will. Dazu gehören die Umbenennung des „John F. Kennedy Center“ in „Trump-Kennedy Center“, das Anbringen von Porträt-Bannern an Bundesgebäuden sowie die Neugestaltung des Lincoln Memorial-Reflexionsbeckens in „amerikanischem Flaggenblau“. Zudem plant er einen monumentalen Triumphbogen im Bereich des Lincoln Memorials, der das Denkmal selbst überragen würde.
Trump, der sich selbst gerne als monumentalen Teil der US-Geschichte sieht, veröffentlichte kürzlich ein bearbeitetes Foto, das sein Gesicht auf dem Mount Rushmore zeigt.
„Die Pläne zeigen, wie sehr Trump Washington DC zu einer Bühne seiner eigenen politischen und persönlichen Ambitionen machen will – mit enormen Kosten und weitreichenden Konsequenzen für die Stadt.“