US-Marines beschlagnahmen iranisches Schiff – Iran spricht von Piraterie

Die USA haben am Sonntag ein unter iranischer Flagge fahrendes Frachtschiff im Golf von Oman beschlagnahmt. Iran bezeichnete die Aktion als „Piraterie“ und Verstoß gegen die zweiwöchige Waffenruhe. Die Spannungen zwischen den USA und Iran verschärfen sich dadurch weiter.

Geplante Friedensgespräche in Pakistan fallen aus

Eine US-Diplomatenmission unter der Leitung von Vizepräsident JD Vance, Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner – Schwiegersohn von Präsident Donald Trump – sollte am Montag zu einer zweiten Runde von Friedensverhandlungen nach Pakistan reisen. Doch bereits am Nachmittag deutete sich an, dass die Gespräche nicht stattfinden werden. Iranische Offizielle zeigten kein Interesse an den US-Vorschlägen und zogen sich zurück.

Operation der US-Marines im Detail

Das US Central Command (CENTCOM) bestätigte, dass US-Marines von der amphibischen Angriffsschiff USS Tripoli (LHA-7) aus per Helikopter zum iranischen Frachter M/V Touska flogen und das Schiff übernahmen. Zuvor hatte der Lenkwaffenzerstörer USS Spruance (DDG 111) die Antriebsanlage des Schiffes lahmgelegt, nachdem die Crew wiederholt Warnungen ignoriert hatte.

CENTCOM veröffentlichte ein Video der Aktion und erklärte: „Die Marines landeten auf dem iranischen Schiff, nachdem die USS Spruance die Antriebsanlage außer Gefecht setzte.“

„Der Lenkwaffenzerstörer USS Spruance stoppte die Touska im Golf von Oman und gab klare Warnungen. Die iranische Crew weigerte sich zu kooperieren, also wurde das Schiff durch einen gezielten Treffer in den Maschinenraum gestoppt. US-Marines haben die Kontrolle über das Schiff übernommen.“

— Donald Trump auf Truth Social

Iranisches Schiff unter US-Sanktionen

Die M/V Touska steht unter den Sanktionen des US-Finanzministeriums, da sie Verbindungen zu iranischen Schifffahrtsunternehmen haben soll. Die USA gehen davon aus, dass das Schiff für illegale Aktivitäten genutzt wurde.

Die 31. Marine Expeditionary Unit im Einsatz

Im Mittelpunkt der Aktion stand die 31. Marine Expeditionary Unit (MEU), eine schnelle Eingreiftruppe mit rund 2.200 Soldaten, die auf Okinawa (Japan) stationiert ist. Die MEU kann sowohl Boden- als auch Luftoperationen durchführen und gilt als entscheidende Einheit für solche Einsätze.

Folgen für die diplomatischen Beziehungen

Der Vorfall wirft Fragen über die Zukunft der Friedensgespräche auf. Während die USA die Aktion als notwendige Maßnahme gegen illegale Aktivitäten rechtfertigen, sieht Iran darin einen klaren Bruch der Waffenruhe. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge.