Washingtons höchster Militärvertreter hat die Behauptungen von Präsident Donald Trump zum Iran-Krieg widerlegt. General Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, konnte bei einer Senatsanhörung am Dienstag keine konkreten Erfolge der Militäroperation benennen – obwohl Trump den Konflikt bereits für "beendet" erklärt hatte.

Senatoren fordern Klarheit über Kriegsziele

Während der Anhörung des Senatsausschusses für Haushaltsfragen wurde Caine gemeinsam mit Verteidigungsminister Pete Hegseth zu einem milliardenschweren Finanzierungsantrag für den Iran-Krieg befragt. Senator Dick Durbin konfrontierte die Militärführung mit Trumps wiederholten Aussagen, der Krieg sei abgeschlossen.

Durbin: "Der Präsident hat in den letzten Monaten mehrfach behauptet, der Krieg sei beendet und der Konflikt abgeschlossen. Welche Ziele verfolgte die USA im Iran-Konflikt – und wurden sie erreicht?"

Caine wich der Frage aus und verwies auf die Zuständigkeit politischer Führungskräfte:

"Sir, ich muss das Vertrauen verschiedener Interessengruppen wahren – Sie, das amerikanische Volk, die Streitkräfte und den Präsidenten. Nur unsere politischen und zivilen Führer legen militärische Ziele fest. Ich werde mich dazu nicht äußern. Ich verweise auf den Minister und den Präsidenten."

Auch auf die Frage nach einem militärischen Sieg im Konflikt mit dem Iran blieb Caine vage:

Durbin: "Fühlen Sie, dass die Lage in der Straße von Hormus einen Sieg unserer Seite darstellt?"

Caine antwortete erneut ausweichend:

"Sir, nur politische Führer entscheiden über Sieg oder Niederlage. Ich überlasse diese Bewertung ihnen. Sie sind es, die militärische Gewalt anordnen oder beenden."

Militärische Lage zeigt iranische Dominanz

Durbin präzisierte seine Frage und bezog sich auf die wirtschaftlichen Folgen für die USA, insbesondere die gestiegenen Kraftstoffpreise:

Durbin: "Können Sie dem amerikanischen Volk erklären, was in der Straße von Hormus passiert? Dort hält der Iran – trotz unserer Angriffe – den Schiffsverkehr praktisch zum Stillstand. 1.500 Tanker warten auf sichere Passage."

Caine räumte ein, dass der Iran seine militärische Macht nutzt, um die globale Wirtschaft zu erpressen:

"Militärisch gesehen hält der Iran die Weltwirtschaft als Geisel, indem er seine militärische Präsenz an seiner südlichen Flanke ausnutzt. Ich appelliere an den Iran, dies zu überdenken, und an unsere Verbündeten, bei der Lösung dieses taktischen Problems zu helfen."

Seine Antwort deutet keineswegs auf einen amerikanischen Sieg hin. Vielmehr bestätigt sie die strategische Blockade durch den Iran, die zu massiven wirtschaftlichen Belastungen führt.

Trumps Kriegsrhetorik steht im Widerspruch zur Realität

Präsident Trump hatte den Iran-Krieg in den vergangenen Wochen mehrfach als beendet erklärt. Die Aussagen des Militärchefs bei der Senatsanhörung zeigen jedoch, dass die Lage weit komplexer ist. Die USA und Israel hatten den Konflikt mit massiven Militäroperationen begonnen, doch die strategische Lage scheint sich zugunsten des Iran entwickelt zu haben.

Die Anhörung offenbart zudem Spannungen zwischen militärischer Führung und politischer Führung. Während Trump den Konflikt als abgeschlossen darstellt, betont Caine die alleinige Entscheidungshoheit der Politik über militärische Erfolge oder Misserfolge.

Fazit: Keine Klarheit, keine Erfolge

Die Senatsanhörung hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. General Caine konnte weder konkrete Kriegsziele benennen noch einen militärischen Sieg bestätigen. Stattdessen zeigt die militärische Lage eine Pattsituation, in der der Iran weiterhin die Kontrolle über eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt behält. Trumps Behauptungen zum Kriegsende stehen damit im krassen Widerspruch zur Realität.