Ein Soldat der US-Spezialkräfte, der an der geheimen Mission zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro beteiligt war, steht nun wegen des Missbrauchs von Verschlusssachen vor Gericht. Wie die Bundesstaatsanwaltschaft in New York mitteilte, nutzte der 38-jährige Gannon Ken Van Dyke vertrauliche Informationen über die Militäroperation, um auf der Prognoseplattform Polymarket Wetten abzuschließen und dabei über 400.000 Dollar zu gewinnen.

Van Dyke wurde am Donnerstag von der Staatsanwaltschaft wegen unerlaubter Nutzung von Regierungsgeheimnissen zum persönlichen Vorteil, Diebstahl nichtöffentlicher Informationen, Wertpapierbetrugs, elektronischem Betrug und illegaler Geldtransaktionen angeklagt. Ihm drohen mehrere Jahre Haft.

Laut Anklage war Van Dyke vom 8. Dezember 2025 bis zur Festnahme Maduros im Januar 2026 in die Planung und Durchführung der Operation eingebunden. Trotz unterzeichneter Geheimhaltungsvereinbarungen soll er sein Wissen genutzt haben, um auf den Sturz Maduros bis zum 31. Januar 2026 zu wetten.

FBI-Direktor Kash Patel kommentierte den Fall scharf: „Ein US-Soldat soll seine Position ausgenutzt haben, um von einer legitimen Militäroperation zu profitieren.“

Polymarket, eine der größten Prognoseplattformen weltweit, erklärte, man habe verdächtige Aktivitäten erkannt, die auf die Nutzung geheimer Informationen hindeuteten, und die US-Behörden umgehend informiert. „Insiderhandel hat auf Polymarket keinen Platz“, betonte das Unternehmen in einer Stellungnahme.

Die US-Börsenaufsicht CFTC reichte parallel eine Beschwerde gegen Van Dyke ein. Demnach transferierte der Soldat am 26. Dezember 2025 rund 35.000 Dollar von seinem Privatkonto auf eine Kryptowährungsbörse. Über 32.500 Dollar setzte er für Wetten auf den Zeitpunkt von Maduros Sturz ein – die meisten davon in der Nacht zum 3. Januar 2026, nur wenige Stunden vor dem Beginn der Militäroperation.

Die Wetten brachten Van Dyke laut Anklage einen Gewinn von über 404.000 Dollar ein. Drei weitere Wetten zu Venezuela-bezogenen Verträgen sollen ihm zusätzlich rund 5.000 Dollar eingebracht haben.

Michael Selig, Vorsitzender der CFTC, verurteilte das Verhalten des Soldaten scharf: „Der Angeklagte missbrauchte vertrauliche Informationen und gefährdete damit die nationale Sicherheit der USA sowie das Leben amerikanischer Soldaten.“

In den öffentlichen Unterlagen ist derzeit weder eine funktionierende Telefonnummer für Van Dyke noch ein eingetragener Verteidiger verzeichnet.