Volkswagen kürzt Produktion drastisch – bis zu 50.000 Jobs betroffen
Der Volkswagen-Konzern reagiert auf die anhaltend schwache Nachfrage nach Verbrennern und senkt seine globale Produktionskapazität bis 2028 um eine weitere Million Fahrzeuge. Diese Maßnahme betrifft vor allem Europa und hier insbesondere die Marken VW und Audi.
Überkapazitäten belasten den Konzern
Laut CEO Oliver Blume sind die bestehenden Überkapazitäten „langfristig nicht tragbar“. Der Konzern hatte 2023 eine Kapazität von rund 12 Millionen Fahrzeugen, verkaufte jedoch nur 8,68 Millionen. Blume betonte:
„Die Planungen der Vergangenheit sind in der aktuellen Situation unrealistisch.“
Die Reduzierung um eine Million Einheiten in Europa bis 2028 soll die Widerstandsfähigkeit des Konzerns stärken. Blume warnte vor „negativen Auswirkungen in Milliardenhöhe“ und kündigte weitere Kostensenkungsmaßnahmen an, um die Gewinnschwelle zu senken.
Herausforderungen durch Handelskonflikte und Wettbewerb
Blume verwies auf die erschwerten Marktbedingungen:
„Die US-Zölle belasten unsere Erträge und erschweren den Zugang zu einem wichtigen Zukunftsmarkt. Zudem drängen immer mehr Wettbewerber auf den Markt.“
Trotz dieser Hürden bezeichnete er den Absatz von neun Millionen Fahrzeugen als „starkes Ergebnis“ – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den über 10 Millionen Verkäufen vor der Pandemie, als der Konzern 2017 bis 2019 sogar die 11-Millionen-Marke erreichte.
Möglicher Verkauf europäischer Werke an chinesische Konkurrenten
Unklar bleibt, welche europäischen Standorte betroffen sind. Besonders die E-Auto-Werke in Emden und Zwickau laufen derzeit unterausgelastet. Blume deutete an, dass ein europäischer Standort an einen chinesischen Konkurrenten verkauft werden könnte. Insgesamt könnten bis 2030 rund 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland wegfallen.
Scout als Hoffnungsträger – Partnerschaften für Nordamerika
Trotz der Einschnitte zeigt sich Blume optimistisch, was die neue Marke Scout und das Nordamerika-Geschäft angeht. Die geplanten SUVs und Pick-ups seien „perfekt auf den Markt zugeschnitten“:
„Diese Fahrzeuge sind großartig und passen ideal in diesen Markt. Eine Partnerschaft könnte das Risiko für uns minimieren. Wir könnten die Investitionen mit anderen Unternehmen teilen und unsere Plattform nutzen. Eine Entscheidung steht jedoch noch aus. Die Vorfreude und Erwartungen an diese Marke sind enorm.“
Derzeit prüft VW verschiedene Optionen, darunter mögliche Kooperationen mit anderen Herstellern, um die Markteinführung in den USA zu beschleunigen. Eine finale Entscheidung soll in den kommenden Monaten fallen.