Dylan Kurtz (rechts) mit seinen Eltern und seinem Bruder. Foto: Dylan Kurtz
Eine unerwartete Diagnose verändert das Leben
Darmkrebs bei Menschen unter 50 nimmt zu – und immer mehr Kinder erleben, wie ein Elternteil mit dieser Krankheit kämpft. Dylan Kurtz, heute 22, war 16, als sein Vater Jonathan die Diagnose Darmkrebs im Stadium 3 erhielt. Seitdem setzt er sich für Aufklärung ein und hilft anderen jungen Menschen, mit der Situation umzugehen.
Die ersten Schritte: Unwissenheit und Unsicherheit
"Ich wusste kaum etwas über Darmkrebs, außer dass es eine Krebsart im Dickdarm ist", erzählt Kurtz gegenüber Healthline. "Ich kannte verschiedene Krebsarten, aber nicht, was die Diagnose für den Betroffenen bedeutet – außer dass sie tödlich enden kann, wenn sie zu spät erkannt wird."
Die Unsicherheit über die Prognose seines Vaters belastete ihn. "Erst als er mir erklärte, was auf ihn zukommen würde – Bestrahlung und mehrere Monate Chemotherapie –, wurde mir klar, wie ernst die Situation war", berichtet Kurtz.
Wichtige Kommunikation in schwierigen Zeiten
Marianne Pearson, MSW, LCSW, Vizepräsidentin für Krebsbetreuung bei der Colorectal Cancer Alliance, betont die Bedeutung ehrlicher, altersgerechter Gespräche:
"Eltern sollten Behandlungen wie Chemotherapie oder Bestrahlung erklären und sogar Besuche im Krebszentrum einbeziehen. Das reduziert Ängste, während Unterstützung durch onkologisch geschulte Fachkräfte Kindern Sicherheit gibt."
Neue Routinen und gemeinsame Aktivitäten
Die Krebsdiagnose betraf die gesamte Familie. Kurtz‘ Mutter teilte ihm mit, dass sein Vater während der Therapie nicht mehr wie gewohnt aktiv sein konnte – gemeinsame Baseballspiele und Outdoor-Aktivitäten wie Laufen fielen weg.
"Ich war traurig, weil wir diese Dinge, die ich mit meinem Vater liebe, nicht mehr machen konnten. Aber ich habe gelernt, Alternativen zu finden."
Da sein Vater durch die Therapie immungeschwächt war, musste die Familie während der Pandemie besondere Vorsichtsmaßnahmen treffen. Statt Laufen verbrachten sie ruhige Momente zu Hause, und statt Baseballspielen puzzelten sie gemeinsam – sogar 1.000-Teile-Puzzles von Baseballstadien.
"Einige Puzzles hängen jetzt in meinem Zimmer, andere in seinem Büro. Es war eine schöne Möglichkeit, gemeinsam Zeit zu verbringen."
Verantwortung übernehmen und Familie stärken
Kurtz übernahm zusätzliche Aufgaben im Haushalt, kochte, putzte und kümmerte sich um seinen älteren Bruder Steven, der Autismus hat. Da Sommercamps 2020 ausfielen, organisierte er "Camp Kurtz" für sich und seinen Bruder, um sie beschäftigt zu halten.
Heute, mit 22, engagiert sich Kurtz für die Aufklärung über Darmkrebs und unterstützt andere junge Menschen in ähnlichen Situationen. Seine Erfahrung zeigt, wie wichtig Anpassungsfähigkeit und offene Kommunikation in Krisenzeiten sind.