Die Ölpreise haben in der Nacht auf den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Kriegs angezogen. Brent-Rohöl überschritt vorübergehend die Marke von 126 US-Dollar pro Barrel, bevor es am Donnerstagmorgen wieder auf etwa 114 US-Dollar zurückfiel. Der US-Benchmark West Texas Intermediate lag bei rund 104 US-Dollar pro Barrel.

Die Entwicklung treibt die US-Benzinpreise weiter in die Höhe. Der durchschnittliche Benzinpreis in den USA lag am Donnerstagmorgen bei 4,30 US-Dollar pro Gallone – ein Anstieg von über sieben Cent gegenüber dem Vortag und mehr als ein Dollar über dem Vorjahreswert von 3,18 US-Dollar, wie die Daten der AAA zeigen.

Die Marktanalysten von ING, Warren Patterson und Ewa Manthey, kommentieren die Lage mit den Worten:

"Der Ölmarkt hat sich von übertriebener Optimismus hin zur Realität der aktuellen Versorgungsengpässe im Persischen Golf bewegt."

Der Zusammenbruch der US-Iran-Gespräche und die Ablehnung des jüngsten iranischen Angebots zur Öffnung der Straße von Hormuz durch Präsident Trump haben die Hoffnung auf eine schnelle Wiederaufnahme der Ölexporte zunichte gemacht, so die Analysten.

Militärische Eskalation als Risikofaktor

Trader berücksichtigen zudem die Möglichkeit einer weiteren militärischen Eskalation. Präsident Trump soll heute ein Briefing zu neuen Plänen für mögliche Militäraktionen gegen den Iran erhalten, wie Axios unter Berufung auf Barak Ravid berichtet.

Die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Ölhandelsrouten weltweit, bleibt ein zentraler Unsicherheitsfaktor. Sollte sie längerfristig blockiert bleiben, könnte dies zu einer anhaltenden Verknappung des Ölangebots führen.

Futures-Expiration verstärkt Volatilität

Ein weiterer Faktor für die aktuelle Marktvolatilität ist das heutige Auslaufen der Juni-Brent-Futures-Verträge. Dies könnte zusätzliche Schwankungen auslösen, wie Branchenbeobachter warnen.

Internationale Koalition als möglicher Lösungsansatz

Laut einem Bericht des Wall Street Journal arbeiten US-Beamte an der Bildung einer internationalen Koalition, um die sichere Passage durch die Straße von Hormuz zu gewährleisten. Die Bemühungen zielen darauf ab, die Handelsrouten zu stabilisieren und weitere Preisschocks zu verhindern.

Quelle: Axios