Im Spätsommer 2019 verbrachte ich meine letzten freien Tage bei meinen Eltern in der heimischen Werkstatt. Mein Bruder und ich arbeiteten an seinem Service-Truck, doch das Problem blieb rätselhaft. Sein Freund Joe, ein erfahrener Mechaniker, sollte sich den Wagen ansehen. Doch statt nur das Problem zu lösen, brachte er eine ungewöhnliche Idee mit.
Joe war kürzlich von einer Reise aus Arizona zurückgekehrt, wo er einen 1939er Chevrolet Sedan besichtigt hatte. Das Auto stand seit 60 Jahren ungenutzt im Gestrüpp. Er plante, es mit einem Zweitransporter nach Wisconsin zu holen. Doch dann zeigte er ein Foto eines weiteren Wracks: ein hellgelber Mustang aus dem Jahr 1966. Der hintere Teil des Coupés war bei einem Unfall beschädigt worden, doch der Rest schien intakt zu sein. Joe machte einen Vorschlag: Wenn mein Bruder den Mustang kaufen wollte, würde er ihn auf dem Rückweg mitnehmen und die Spritkosten teilen. Da mein Bruder jedoch keine Zeit für ein weiteres Projekt hatte, lehnte er ab.
Etwa eine Woche später kehrte ich für das neue Semester an die Uni zurück. In einem sonnigen Lernraum begann ich, über den Mustang nachzudenken. Mir kam der Gedanke, dass mein Bruder einen Fehler gemacht hatte. Der Preis für den rostfreien Mustang war fair – und er hatte sich immer einen gewünscht. Ich rief ihn an und versuchte, ihn umzustimmen. Doch er sagte nur: "Wenn es dir so wichtig ist, dann kauf ihn doch selbst."
Ich hatte mir darüber bisher keine Gedanken gemacht. Meine einzige Erfahrung mit Oldtimern stammte aus dem Vorjahr, als ich meinen Vater überredet hatte, seinen zerlegten 1970er Shelby GT500 wieder zusammenzubauen – ein Projekt, das seit den frühen 1990ern ruhte. Ich rief meinen Vater an, und er hielt den Kauf für keine schlechte Idee. Schließlich könnte ich den Mustang später weiterverkaufen, um mein Investment zurückzuholen. Ich kontaktierte Joe und sagte zu.
Einige Wochen später holte Joe die beiden Autos aus Arizona ab. In Wisconsin ließ er den Mustang bei meinen Eltern ab. Einen Monat später konnte ich ihn endlich persönlich in Augenschein nehmen. In der Zwischenzeit hatte ich mich intensiv mit frühen Mustangs beschäftigt und Restoration-Videos auf YouTube studiert. Obwohl ich vorher kein großer Autofan war, hatte sich das geändert. Als ich den Mustang schließlich zu Hause sah, war die Aufregung so groß, dass ich ihn sofort auspacken musste.