Amazon soll Preise im Internet künstlich hochgetrieben haben
Interne E-Mails, die nun öffentlich wurden, deuten auf systematische Preisabsprachen zwischen Amazon und Mitbewerbern hin. Der kalifornische Generalstaatsanwalt Rob Bonta wirft dem Konzern vor, gemeinsam mit Konkurrenten Preise für Produkte wie Windeln, Kleidung und Möbel künstlich zu erhöhen.
Wie die Preisabsprachen funktionieren sollten
Laut Bonta hätten Amazon und ein Konkurrent gezielt die Preisangleichung eingestellt, um höhere Preise durchzusetzen. „Ein Händler erhöht den Preis bewusst, der andere zieht nach – und schon verkaufen beide zu höheren Preisen.“ Dadurch stiegen die Gewinne der Unternehmen, während Verbraucher mehr zahlen müssten.
Die E-Mails stammen aus einer Klage, die der US-Bundesstaat Kalifornien bereits 2022 gegen Amazon eingereicht hatte. Der Vorwurf: Amazon nutze seine marktbeherrschende Stellung als größter Einzelhändler der Welt, um Hersteller und Händler unter Druck zu setzen. Sie sollten entweder die Preise auf anderen Plattformen erhöhen oder ihre Produkte von günstigeren Anbietern komplett entfernen.
„Diese E-Mails geben einen seltenen Einblick in die internen Abläufe eines Konzerns mit einem Marktwert von 2,66 Billionen Dollar.“
The New York Times
Reaktionen und mögliche Konsequenzen
Amazon wies die Vorwürfe umgehend zurück. Ein Sprecher des Unternehmens betonte, dass der Konzern stets im Einklang mit den Wettbewerbsgesetzen agiere. Die Klage könnte jedoch weitreichende Folgen haben, falls sich die Vorwürfe als zutreffend erweisen.
Experten warnen, dass solche Praktiken den Wettbewerb verzerren und Verbraucher schaden. Sollte Amazon verurteilt werden, könnte dies zu strengeren Regulierungen für Tech-Giganten führen.
Hintergrund der Klage
- Klageeinreichung durch Kalifornien: 2022
- Vorwurf: Wettbewerbsverzerrung durch Druck auf Hersteller und Händler
- Betroffene Produkte: Von Babyartikeln bis hin zu Möbeln
- Mögliche Strafen: Hohe Geldstrafen und regulatorische Auflagen