Ein 31-jähriger Mann aus Torrance, Kalifornien, hat am Samstagabend versucht, das Dinner der White House Correspondents' Association im Washington Hilton zu stürmen. Cole Tomas Allen wurde nach einem Angriff auf eine Sicherheitskontrolle von Sicherheitskräften überwältigt und festgenommen.
Laut einem im Hotelzimmer des Angreifers gefundenen Zettel hatte Allen vor, „Verwaltungsbeamte“, darunter Präsident Donald Trump, anzugreifen. In dem wirren Manifest, das er kurz vor der Tat an Familie und Freunde verschickte, bezeichnete er Trump als „Pädophilen, Vergewaltiger und Verräter“. Zudem bezog er sich auf militärische Einsätze der Trump-Administration in Venezuela und im Iran, die er als „Hinrichtung eines Fischers ohne Prozess“ und „Zerstörung von Schulkindern“ bezeichnete.
Allen schloss 2017 sein Studium der Maschinenbauingenieurwissenschaften am California Institute of Technology ab und reiste laut Berichten von Los Angeles nach Washington, um den Angriff durchzuführen.
Präsident Trump bezeichnete den Angreifer in einem Interview am Sonntag als „kranken Menschen“ und äußerte die Hoffnung, dass das Dinner bald nachgeholt werde. Allen soll am Montag vor einem Bundesgericht angeklagt werden.
Reaktionen und Kontroversen
Nach dem Vorfall wurde in konservativen Kreisen die Forderung nach einem Ballsaal im Weißen Haus als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme laut. Trump selbst teilte ein Video, das die Festnahme des Angreifers zeigt, und kommentierte: „Deshalb brauchen wir den Ballsaal.“ Auch Kommentatorin Meghan McCain unterstützte diese Forderung mit den Worten: „Ich will keine weitere Kritik am neuen Ballsaal des Weißen Hauses hören.“
Experten und Journalisten widersprachen dieser Argumentation jedoch. Der Angriff fand in einem Stockwerk über dem geplanten Ballsaal statt, wo das Dinner der WHCA stattfand. Die Sicherheitskräfte hätten den Angreifer bereits an der Eingangskontrolle gestoppt, bevor er seine Ziele erreichen konnte. Die Journalistin Jennifer Jacobs wies darauf hin, dass der Vorfall sich in großer Entfernung zu Trump und anderen Gästen ereignete und die Sicherheitsmaßnahmen insgesamt funktioniert hätten.
Hintergründe und Ermittlungen
Die genauen Motive des Angreifers werden derzeit untersucht. Neben den Anschuldigungen gegen die Trump-Administration finden sich in seinem Manifest auch Hinweise auf psychische Probleme. Die Bundesbehörden prüfen, ob Allen allein handelte oder Verbindungen zu extremistischen Gruppen bestand.
Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit von Veranstaltungen mit hochrangigen Politikern auf. Während die Trump-Administration die Notwendigkeit zusätzlicher Schutzmaßnahmen betont, kritisieren Gegner eine mögliche Instrumentalisierung des Angriffs für politische Zwecke.