Anthropic stoppt betrügerische Token-Praktiken: Keine echten Aktien im Umlauf
Investoren in Krypto-Token, die angeblich Anteile an Anthropic halten, erleben ein böses Erwachen. Das Unternehmen hat heute offiziell klargestellt, dass es keine legalen Aktientransfers seiner Anteile an Dritte vorgenommen hat – trotz gegenteiliger Versprechen von Promotern. Viele Token, darunter Perpetuals, NFTs, Real-World-Assets (RWAs) und Memecoins, basieren auf nicht existierenden oder nicht autorisierten Anteilen.
In einer aktualisierten Mitteilung auf der Unternehmenswebsite betont Anthropic: „Jeder Verkauf oder jede Übertragung von Anthropic-Aktien oder Anteilen daran, der nicht vom Vorstand genehmigt wurde, ist nichtig und wird in unseren Büchern und Aufzeichnungen nicht anerkannt.“
Das Unternehmen nennt dabei explizit spezielle Zweckgesellschaften (SPVs), Forward-Verträge und tokenisierte Wertpapiere als problematische Anlageklassen. Für Anleger bedeutet das: Viele Krypto-Token, die den Namen Anthropic tragen, sind wertlos, da sie auf nicht autorisierten Verträgen basieren.
PreStocks-Token stürzt nach Warnung ab
Eine Solana-basierte Plattform namens PreStocks hatte mit ihrem ANTHROPIC-Token Anleger in die Irre geführt. Das Token wurde als „1:1 durch SPV-Exposure zu den Unternehmensanteilen abgesichert“ beworben. Doch die Realität sah anders aus: Die angebliche „Exposure“ war lediglich ein vertraglicher Anspruch auf eine Zweckgesellschaft, die keine Genehmigung für weitere Übertragungen oder Weiterverkäufe besaß.
Nach der offiziellen Warnung von Anthropic stürzte der ANTHROPIC-Token innerhalb weniger Stunden um 34% ab. Innerhalb eines Jahres hatte er zuvor eine spektakuläre Rallye von 235$ auf ein Allzeithoch von 1.409$ hingelegt – ein Zeichen für die extreme Spekulation in diesem Marktsegment.
Rechtsanwalt Gabriel Shapiro kommentierte die Situation mit den Worten: „Anthropic hat die schärfste verfügbare Formulierung unter dem Delaware-Unternehmensrecht gewählt. Durch die Klassifizierung von Transfers als nichtig statt nur anfechtbar entziehen sie Sekundärkäufern jede rechtliche Handhabe.“
Liste der betrügerischen Händler veröffentlicht
Anthropic nennt in seiner Mitteilung konkrete Namen von Plattformen und Händlern, die unautorisierte Anteile anbieten. Dazu gehören unter anderem:
- Unicorns Exchange
- Pachamama
- Forge
- Lionheart Ventures
- Sydecar
- Upmarket
- Open Door Partners
- Hiive
Anleger, die über diese Plattformen in Anthropic investiert haben, gelten laut Unternehmen nicht als offizielle Aktionäre. Viele dieser Token basieren auf NFTs oder anderen Blockchain-basierten Konstrukten, die rechtlich keine echten Anteile darstellen.
Experten warnen vor naiven Investitionen in Krypto-Aktien-Token
Podcaster Gwart kommentierte die Situation mit beißendem Spott: „Wenn du ein NFT von einer Anthropic-Aktie erstellst und Dario (Amodei, CEO von Anthropic) seine Anwälte einen Cease-and-Desist-Brief schicken lässt, der diese Aktie für nichtig erklärt, hast du trotzdem dieses NFT. Nur wenige verstehen, was ein NFT mit dem Konzept von Vermögenswerten anstellt.“
Die Warnung von Anthropic unterstreicht ein grundlegendes Problem im Krypto-Markt: Viele Token, die reale Vermögenswerte repräsentieren sollen, sind in Wirklichkeit wertlose Konstrukte ohne rechtliche Grundlage. Blockchain-Technologie kann Betrug nicht verhindern – sie macht ihn nur schwerer nachweisbar.
Fazit: Investoren sollten bei Krypto-Token, die Anteile an Unternehmen repräsentieren, besonders vorsichtig sein. Ohne offizielle Genehmigung des Unternehmens sind solche Token in der Regel wertlos. Anthropic hat klargestellt: Echte Aktien gibt es nur auf traditionellem Wege – nicht auf der Blockchain.