Apple hat John Ternus, Senior Vice President für Hardware-Entwicklung, zum neuen CEO ernannt. Das gab das Unternehmen in einer offiziellen Mitteilung bekannt. Der aktuelle CEO Tim Cook wird im September in den Ruhestand treten und die Position als Vorstandsvorsitzender übernehmen.

Ternus als prägende Kraft hinter Apple-Produkten

In einem offenen Brief auf der Apple-Website würdigte Cook seinen Nachfolger:

„John ist ein brillanter Ingenieur und Denker, der in den letzten 25 Jahren die Apple-Produkte mitgeprägt hat, die unsere Nutzer lieben. Er ist besessen von Details und sucht ständig nach Wegen, Dinge besser, mutiger, schöner und bedeutungsvoller zu gestalten. Er ist die perfekte Besetzung für diese Rolle.“

Ternus arbeitet seit 24 Jahren bei Apple und leitet die Hardware-Entwicklung seit 2013. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Umstellung auf Apple-eigene Chips und war maßgeblich an der Entwicklung der wichtigsten Produkte beteiligt – darunter das iPhone, iPad, Macs und AirPods. Zudem ist er einer der jüngsten Top-Manager des Konzerns.

Rückkehr zu den Wurzeln der Innovation?

In den letzten Jahren wurde Ternus zu einer prägenden Figur bei Apple-Veranstaltungen. So präsentierte er etwa das iPhone Air Anfang 2025 und stellte 2020 den ersten Apple-Chip, den M1, vor. Seine technische Expertise könnte Kritiker besänftigen, die Apple unter Cooks Führung als weniger innovativ wahrnehmen – trotz zahlreicher Produkteinführungen.

Ternus begann seine Karriere bei Virtual Research Systems, wo er vier Jahre lang an VR-Headsets arbeitete, bevor er 2001 zu Apple wechselte. Dort war er an der Entwicklung ikonischer Produkte beteiligt. Seit 2013 leitete er zunächst die Entwicklung von Macs und iPads, ab 2020 übernahm er zusätzlich die Verantwortung für die iPhone-Hardware.

Succession-Diskussionen und Cooks Vermächtnis

In den letzten Monaten gab es Spekulationen über die Nachfolge Cooks, der seit 2011 CEO ist. Kritiker warfen ihm vor, als „Zahlenmensch“ die kreative Freiheit der Steve-Jobs-Ära eingeschränkt zu haben. Ternus gilt als möglicher Rückkehrer zu einer Führung, die stärker auf Produktinnovation setzt.

Doch Cooks Amtszeit war eine der erfolgreichsten in der Unternehmensgeschichte: Unter seiner Führung stieg der Börsenwert von rund 300 Milliarden auf über 4 Billionen US-Dollar. In seinem Abschiedsbrief betonte er die Zukunft des Unternehmens:

„Dieses Unternehmen wird unter Johns Führung noch unglaubliche Höhen erreichen. Sein Einfluss wird in jedem neuen Produkt und jeder Entdeckung spürbar sein.“

Was bedeutet die Nachfolge für Apple?

  • Ternus als „Produkt-Macher“: Seine technische Expertise und sein Fokus auf Innovation könnten Apple zurück zu seinen Wurzeln führen.
  • Cooks neues Amt: Als Vorstandsvorsitzender bleibt er dem Unternehmen verbunden und könnte als Berater fungieren.
  • Herausforderungen: Die Erwartungen an Ternus sind hoch – er muss sowohl die Hardware-Exzellenz als auch die strategische Ausrichtung des Konzerns weiterentwickeln.