Die NASA-Mission Artemis II hat einen historischen Meilenstein erreicht: Die vierköpfige Crew flog weiter von der Erde entfernt als jede andere bemannte Mission zuvor. Mit einer Distanz von 406.771 Kilometern übertrifft sie den bisherigen Rekord, der seit 1970 von Apollo 13 gehalten wurde. Damals flogen die Astronauten Fred Haise, Jim Lovell und Jack Swigert in einer Höhe von 400.171 Kilometern über der Erde.
Fred Haise, heute 90 Jahre alt, reagiert gelassen auf die neue Bestmarke. „Es ist eine großartige Leistung der NASA und der Artemis-Crew“, sagte er in einem Interview. „Ich bin stolz, dass wir damals den Grundstein für solche Missionen gelegt haben.“ Haise betonte, dass jede Generation ihre eigenen Herausforderungen meistern müsse – und dass die heutige Raumfahrt neue Grenzen überschreite.
Zwischen 1968 und 1972 flogen insgesamt 24 Astronauten zum Mond, davon betraten zwölf die Oberfläche. Seit Apollo 17 im Jahr 1972 hat kein Mensch mehr den Erdtrabanten betreten. Doch mit dem Artemis-Programm soll sich das ändern: Geplant ist die erste bemannte Mondlandung seit über 50 Jahren für das Jahr 2026.
Die Crew von Artemis II – bestehend aus Commander Reid Wiseman, Pilot Victor Glover sowie den Missionsspezialisten Christina Koch und Jeremy Hansen – absolvierte im November 2024 einen erfolgreichen Vorbeiflug am Mond. Die Mission diente vor allem als Testlauf für zukünftige Landungen. Mit einer maximalen Entfernung von 252.756 Meilen (406.771 Kilometern) von der Erde brach sie nicht nur Haise’s Rekord, sondern demonstrierte auch die Leistungsfähigkeit der neuen Space Launch System (SLS)-Rakete und der Orion-Raumkapsel.
Experten sehen in Artemis II einen entscheidenden Schritt für die Rückkehr zum Mond und darüber hinaus. „Diese Mission zeigt, dass wir bereit sind, die nächsten großen Schritte in der bemannten Raumfahrt zu gehen“, erklärte ein Sprecher der NASA. „Die Technologie hat sich weiterentwickelt, und die Ziele sind ehrgeiziger geworden.“
Während die Apollo-Missionen vor allem dem Kalten Krieg und dem Wettlauf ins All dienten, steht bei Artemis die langfristige Erforschung des Mondes im Fokus – inklusive der Planung einer dauerhaften Präsenz auf dem Erdtrabanten. Auch internationale Partner wie die ESA, Kanada und Japan sind beteiligt.
Fred Haise, der als Pilot von Apollo 13 knapp einer Katastrophe entging, bleibt optimistisch: „Die Raumfahrt hat immer wieder gezeigt, dass der Mensch zu Unglaublichem fähig ist. Ich freue mich darauf, zu sehen, was die nächste Generation erreichen wird.“