Die Krypto-Börse Coinbase war am Donnerstag über sieben Stunden lang nicht erreichbar. Grund dafür war eine Überhitzung in einem Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS) in Nordvirginia. Die Störung führte dazu, dass Nutzer keine Transaktionen durchführen konnten und die Orderbücher Preise anzeigten, die um mehrere hundert Dollar von denen anderer Börsen wie Binance oder Hyperliquid abwichen.

Coinbase begründete den Ausfall mit „erhöhten Temperaturen im betroffenen AWS-Dienst“. AWS selbst sprach von einem „thermischen Ereignis“ in einem seiner Rechenzentren. In einer Stellungnahme auf X (ehemals Twitter) hieß es:

„Wir beobachten erste Anzeichen der Erholung. Wir arbeiten weiterhin daran, die Temperaturen auf normale Werte zu senken und die betroffenen Racks in der betroffenen Availability Zone in der US-EAST-1-Region wieder online zu bringen.“

Die Ursache der Überhitzung lag offenbar in einem Ausfall der Kühlsysteme. AWS nutzt Verdunstungskühlung, bei der Luft durch befeuchtete Filter geleitet wird. Durch die Verdunstung wird die Luft gekühlt. Ein ähnliches System wird auch von Microsoft eingesetzt. AWS gab an, zusätzliche Kühlkapazitäten zu aktivieren, um die betroffenen Server wieder sicher hochzufahren.

In den letzten Stunden bestätigte Coinbase, dass alle Märkte wieder für den Handel freigegeben wurden. Zuvor hatte die Börse mitgeteilt, dass sie zunächst alle Märkte in den „Nur-Stornieren“-Modus versetzen und anschließend in den „Auktionsmodus“ überführen würde.

Coinbase kämpft mit weiteren Problemen

Der Ausfall verschärft die ohnehin schwierige Lage von Coinbase im Jahr 2026. Erst letzte Woche hatte das Unternehmen 14 % seiner Belegschaft entlassen und im ersten Quartal 2026 einen Verlust von 394 Millionen US-Dollar verbucht. Der Software-Ingenieur Gergely Orosz kommentierte den Vorfall kritisch:

„Diese Störung ist ein unglückliches Bild für Coinbase – nur wenige Tage, nachdem der CEO betonte, dass nicht-technische Teams Code in die Produktion bringen.“
Er wies darauf hin, dass Coinbase stark von AWS abhängig sei und bei Ausfällen des Cloud-Anbieters ebenfalls betroffen sei.
„Das ist eine schlechte Werbung.“

Bereits 2025 hatte es ähnliche Vorfälle gegeben, bei denen AWS-Ausfälle zu Problemen bei anderen Krypto-Börsen wie Binance, KuCoin und MEXC führten. Damals war es in Singapur zu einem Stromausfall in einem Rechenzentrum gekommen, der zu weitreichenden Störungen führte.

Quelle: Protos