Biogen hat am Donnerstag gemischte Ergebnisse aus einer Zwischenstudie zu einem Alzheimer-Medikament veröffentlicht. Der Wirkstoff diranersen (auch bekannt als BIIB080) zielt auf das Tau-Protein ab, das wie das besser bekannte Amyloid-Protein toxisch für Nervenzellen ist und mit dem kognitiven Verfall bei Alzheimer-Patienten in Verbindung gebracht wird.
In der Phase-2-Studie reduzierte der Wirkstoff die Tau-Konzentrationen in der Gehirnflüssigkeit und im Gehirn von Patienten mit frühem Alzheimer. Diese Verringerung korrelierte zudem mit einer Verlangsamung des kognitiven Abbaus, wie das Unternehmen mitteilte.
Biogen testete drei unterschiedliche Dosierungsregime, wobei die niedrigste Dosis die besten Ergebnisse erzielte. Da die Studie jedoch auf eine dosisabhängige Wirkung als primäres Ziel ausgelegt war, wurde dieses nicht erreicht. Die Ergebnisse gelten dennoch als vielversprechend, da sie auf einen möglichen therapeutischen Nutzen von diranersen hindeuten.
Hintergrund: Tau-Protein und Alzheimer
Das Tau-Protein spielt eine zentrale Rolle bei der Stabilisierung von Nervenzellen. Bei Alzheimer-Patienten lagert es sich jedoch in abnormalen Strukturen ab, die zu neuronalen Schäden führen. Im Gegensatz zu Amyloid-Ablagerungen, die sich außerhalb der Zellen bilden, sammelt sich Tau-Protein innerhalb der Nervenzellen an und stört deren Funktion.
Ausblick und nächste Schritte
Obwohl die Studie ihr Hauptziel verfehlte, zeigen die Daten, dass diranersen das Potenzial hat, den Krankheitsverlauf zu beeinflussen. Biogen plant nun, die Ergebnisse weiter zu analysieren und mögliche Folgeuntersuchungen durchzuführen. Sollten sich die positiven Effekte bestätigen, könnte der Wirkstoff eine neue Behandlungsoption für Alzheimer darstellen.
„Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine gezielte Reduzierung des Tau-Proteins den kognitiven Verfall verlangsamen kann. Dies ist ein wichtiger Schritt, auch wenn weitere Studien notwendig sind.“
— Biogen-Sprecher