Die USA setzen Bitcoin gezielt als strategisches Instrument in der Geopolitik ein. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth bestätigte am Donnerstag vor dem House Armed Services Committee, dass geheime Bitcoin-Projekte im Pentagon laufen. Diese seien „klassifiziert und noch aktiv“, so Hegseth. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der Kryptowährung für die amerikanische Machtstellung.

„Ich bin seit Langem ein Befürworter des Potenzials von Bitcoin und Kryptowährungen“, erklärte Hegseth. „Viele unserer Maßnahmen – sowohl zur Förderung als auch zur Abwehr – sind geheime Projekte innerhalb unseres Ministeriums. Sie verschaffen uns in verschiedenen Szenarien entscheidende Vorteile.“

Hegseths Aussagen unterstreichen, dass Bitcoin längst über die Rolle als Finanzinnovation hinausgewachsen ist. In einer Zeit, in der Russland und China ihre Digitalwährungsstrategien ausbauen, um US-Sanktionen zu umgehen, wird die Kryptowährung zum Werkzeug im globalen Machtgefüge.

Bitcoin als Gegenmodell zu autoritären Systemen

Während autoritäre Staaten wie Russland und China Kryptowährungen gezielt für Energiegeschäfte und Sanktionen umgehen nutzen, positioniert sich die USA mit Bitcoin als Alternative. Admiral Samuel Paparo Jr., Leiter des US Indo-Pacific Command, bestätigte kürzlich, dass das Militär bereits einen aktiven Bitcoin-Knotenpunkt betreibt und das Protokoll operativ testet.

„Wir schürfen Bitcoin nicht“, sagte Paparo. „Wir nutzen es zur Überwachung.“ Diese strategische Nutzung unterstreicht, wie ernst die USA die Kryptowährung nehmen.

Russland und China setzen auf Krypto – die USA reagieren

Laut einer Analyse der Financial Times aus dem Februar entfällt auf Russland rund 16 % der globalen Bitcoin-Mining-Aktivitäten – das Land ist damit nach den USA der zweitgrößte Mining-Standort weltweit. China, trotz eines offiziellen Verbots seit 2021, kommt durch inoffizielle und offshore Aktivitäten auf fast 12 % der globalen Mining-Kapazitäten.

Beide Länder nutzen Kryptowährungen zunehmend, um Energiegeschäfte abzuwickeln und die Auswirkungen von US-Sanktionen abzumildern. Texas-Abgeordneter Lance Gooden brachte es vor dem Ausschuss auf den Punkt: „Bitcoin ist längst kein Nischen-Asset mehr, sondern eine Frage der nationalen Sicherheit.“

Gooden verwies auf Berichte, wonach der Iran Bitcoin für Transitrechte fordert, nordkoreanische Hacker Lösegeld in Kryptowährungen verlangen und China strategische Bitcoin-Bestände aufbaut. Hegseth griff diese Argumentation auf und stellte Bitcoin als Gegenentwurf zu Chinas „digitalem Kontrollmodell“ dar.

US-Bitcoin-Reserve als strategischer Schachzug

Im Jahr 2025 unterzeichnete Präsident Donald Trump eine Executive Order, die den Aufbau einer strategischen US-Bitcoin-Reserve anordnete. Die Reserve soll aus etwa 200.000 beschlagnahmten Bitcoins bestehen, die von staatlichen Stellen gehalten werden.

Trotz dieser strategischen Aufwertung bleibt der Bitcoin-Preis verhalten. Mit rund 77.413 US-Dollar (Stand: +1,8 % in 24 Stunden) liegt die Kryptowährung weiterhin etwa 40 % unter ihrem Allzeithoch von 126.000 US-Dollar aus dem Oktober 2024 – obwohl andere Anlageklassen wie der S&P 500 Rekordstände erreichen.

Hegseth selbst ist seit Jahren ein bekennender Bitcoin-Befürworter. Laut seinen Finanzangaben aus dem Jahr 2025 besitzt er eigene Bestände in der Kryptowährung.

Geopolitische Implikationen: Wer kontrolliert die digitale Zukunft?

Die Entwicklungen zeigen, wie stark Kryptowährungen mittlerweile in die globale Machtpolitik eingebettet sind. Während autoritäre Staaten versuchen, digitale Assets für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, setzt die USA auf Bitcoin als Werkzeug der Freiheit und Dezentralisierung. Die Frage ist nicht mehr, ob Kryptowährungen die Geopolitik verändern, sondern wie schnell sich dieses Szenario entfaltet.

Quelle: DL News