Der einstige Digitalgigant BuzzFeed hat in der Vergangenheit eine Bewertung von fast einer Milliarde Dollar erreicht. Nun verkauft das Unternehmen eine Mehrheitsbeteiligung an die Allen Family Digital, eine Tochtergesellschaft des Medienunternehmens von Byron Allen, für insgesamt 120 Millionen Dollar. Davon sind 100 Millionen erst in fünf Jahren fällig.
Durch die Transaktion erhält Allen Family Digital rund 52 Prozent der ausstehenden BuzzFeed-Aktien zum Preis von jeweils drei Dollar. Die Aktie von BuzzFeed stieg am Dienstagmorgen um über 101 Prozent auf über 1,49 Dollar. Der Großteil des Jahres 2024 über wurde die Aktie jedoch unter einem Dollar gehandelt.
Was bedeutet der Deal für BuzzFeed?
Im Rahmen der Übernahme wird Jonah Peretti, Gründer und bisheriger CEO von BuzzFeed, in eine neue Position wechseln: Er übernimmt die Leitung von BuzzFeed AI. Allerdings hatte das Unternehmen mit seiner KI-Strategie, zu der unter anderem KI-generierte Quizze und Artikel gehörten, bisher wenig Erfolg, wie Futurism berichtete.
Der Posten des CEO geht an Byron Allen, einen Komiker und Gründer sowie Vorstandsvorsitzenden der Allen Media Group. In einer offiziellen Stellungnahme betonte Peretti:
„Byrons Vision, seine operative Erfahrung und sein langfristiges Engagement für hochwertige Inhalte machen ihn außergewöhnlich gut geeignet, BuzzFeed und HuffPost in die nächste Wachstumsphase zu führen.“
Peretti ergänzte, dass das Unternehmen bereits Vorbereitungen für die Übernahme treffe, darunter Kostensenkungen und die Ausgliederung von BuzzFeed Studios sowie Tasty als eigenständige Einheit. Zudem zeigte er sich überzeugt, dass Allens langjährige Beziehungen zu Talenten und seine Show Comics Unleashed, die ab sofort die Sendezeit von Stephen Colberts The Late Show auf CBS übernimmt, der Plattform zugutekommen werden.
BuzzFeed in der Krise: Vom Milliardenwert zum Verkauf
BuzzFeed erlebte seinen Höhepunkt in der Mitte der 2010er-Jahre, als das Unternehmen laut New York Times fast eine Milliarde Dollar wert war. Doch die Landschaft der sozialen Medien, die einst den Großteil des Traffics generierten, hat sich seitdem radikal verändert. Plattformen wie Facebook und Twitter (heute X) priorisieren nicht mehr externe Links, sondern halten Nutzer auf ihren eigenen Seiten.
Die Übernahmeankündigung fiel mit einem schwachen Quartalsbericht zusammen: Im ersten Quartal 2026 erzielte BuzzFeed einen Umsatz von 31,6 Millionen Dollar – ein Rückgang von 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Werbeeinnahmen sanken um 19,8 Prozent, und der Nettoverlust stieg um 22 Prozent von 12,5 auf 15,1 Millionen Dollar. In einer Telefonkonferenz nach den Zahlen erklärte der Finanzvorstand Matt Omer, dass das Unternehmen aufgrund der Übernahme vorerst keine Jahresprognose veröffentlichen werde.