Die Entwicklung von Daredevil: Born Again nahm eine unerwartete Wendung. Ursprünglich sollte die Serie nach dem Erfolg der Netflix-Trilogie als juristisches Procedural für Disney+ neu aufgelegt werden. Matt Murdock als Marvel-Anwalt in einer neuen Rolle – doch daraus wurde nichts.

Während der Produktion wurde das Konzept grundlegend überarbeitet. Statt eines legalen Formats setzte Marvel wieder auf den vertrauten, düsteren Stil der Netflix-Serie. Charlie Cox, Hauptdarsteller von Born Again, sprach kürzlich im Podcast Happy Sad Confused über diese Entscheidung und die Herausforderungen des ursprünglichen Ansatzes.

Warum ein Procedural nicht funktionierte

Cox erklärte, dass procedurale Formate zwar „unglaublich fesselnd und leicht zu schauen“ seien, aber gleichzeitig „extrem schwer zu schreiben“ seien. Die Idee, Daredevil in ein juristisches Drama zu verwandeln, erwies sich als problematisch. Der Charakter funktioniere am besten in einer dunklen, seriellen Erzählweise mit weniger humorvollen Elementen.

„Es war ein lobenswerter Versuch, Daredevil für das Disney+-Zeitalter neu zu erfinden“, sagte Cox. „Doch schnell wurde klar, dass wir die Lektionen aus der Netflix-Serie und dem Film mit Ben Affleck fast wieder verlernten. Der Charakter braucht diese düstere, ernsthafte Atmosphäre.“

Marvels Mut zur Kurskorrektur

Cox würdigte Marvels Entscheidung, das Projekt umzustrukturieren: „Es braucht viel Mut und Geld, um einen solchen Schwenk zu vollziehen. Wir sind Marvel zutiefst dankbar, dass sie zugehört haben – besonders Vincent und mir.“

Gemeinsam mit Co-Star Vincent D’Onofrio setzte sich Cox früh für den Erhalt des ursprünglichen Tonfalls ein. Beide befürchteten, dass eine „entschärfte“ Version die Identität der Serie gefährden würde.

„Wir wollten die düstere Identität bewahren“

„Unser Erfolg basiert darauf, dass wir eine der wenigen Superhelden-Serien sind, die wirklich dunkel und bedrohlich sein können“, erklärte Cox in einem früheren Interview mit Entertainment Weekly. „Wenn wir das verlieren, verlieren wir auch unser Publikum.“

Die beiden Schauspieler drängten darauf, dass die Serie weiterhin auf ein älteres Publikum abzielt und nicht für eine breitere Masse „verwässert“ wird. „In mancher Hinsicht ist Born Again sogar düsterer als alles, was wir bisher gemacht haben.“

Die finale Version von Daredevil: Born Again feierte kürzlich Premiere und setzt damit den ursprünglichen Stil der Netflix-Serie fort – mit allen bekannten Elementen: Matt Murdock als gerissener Anwalt, Wilson Fisk als unerbittlicher Antagonist und eine Erzählung, die keine Kompromisse bei der Atmosphäre eingeht.