Chinesischer Roboter dominiert Halbmarathon – Weltrekord geknackt
Vor einem Jahr noch ein Spektakel der Peinlichkeiten: Humanoide Roboter in Peking kämpften sich mit wackeligen Schritten über die Halbmarathon-Strecke, oft nur knapp das Ziel erreichend. Der schnellste Roboter benötigte damals über zwei Stunden und 40 Minuten – gerade genug für eine symbolische Teilnahmeurkunde.
Doch beim zweiten Halbmarathon am vergangenen Sonntag setzte der chinesische Smartphone-Hersteller Honor neue Maßstäbe. Ein ferngesteuerter Humanoid-Roboter beendete die 13,1 Meilen (21,1 Kilometer) in nur 48 Minuten und 19 Sekunden – neun Minuten schneller als der menschliche Weltrekordhalter Jacob Kiplimo. Ein zweiter, autonomer Roboter von Honor benötigte 50 Minuten und 26 Sekunden und unterbot Kiplimos Rekord ebenfalls deutlich.
Autonomer Roboter gewinnt trotz langsamerer Zeit
Nach den Bewertungsregeln des Wettbewerbs gewann nicht der schnellere ferngesteuerte Roboter, sondern der autonome, der zwar langsamer, aber ohne menschliches Eingreifen die Strecke bewältigte. Wie die Associated Press berichtet, unterstreicht dies die rasanten technologischen Fortschritte der Branche.
Technologische Sprünge in Rekordzeit
Die Entwicklung der letzten zwölf Monate zeigt, wie schnell sich die Robotik in China und weltweit verbessert hat. Die Regierung warnte bereits Ende letzten Jahres vor einer möglichen Überinvestition in Robotik, die andere Forschungsbereiche verdrängen könnte.
Während wir noch auf Roboter warten, die unsere Wäsche falten oder Geschirr spülen, liegt der Fokus aktuell auf sportlichen Leistungen und choreografierten Bewegungen. Doch die Fortschritte könnten langfristig auch andere Anwendungen revolutionieren.
„Einige dieser Technologien könnten in Zukunft auf andere Bereiche übertragen werden, etwa strukturelle Zuverlässigkeit oder Flüssigkeitskühlung für industrielle Szenarien.“
Roboter auch im Sprintbereich auf Augenhöhe mit Menschen
Nicht nur im Halbmarathon, sondern auch auf kürzeren Strecken zeigen Roboter beeindruckende Leistungen. Der chinesische Hersteller Unitree präsentierte kürzlich seinen H1-Roboter, der eine Geschwindigkeit von 10,1 Metern pro Sekunde (ca. 36 km/h) erreichte. Zum Vergleich: Usain Bolt lief seinen 100-Meter-Weltrekord 2009 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 10,44 Metern pro Sekunde.
Die Fortschritte in der Robotik sind nicht nur beeindruckend, sondern könnten auch praktische Anwendungen in Industrie und Alltag finden. Die Frage bleibt: Wann werden Roboter nicht nur laufen, sondern auch unsere täglichen Aufgaben übernehmen?