Cowboys setzen auf Franchise-Tag statt faire Vertragslösung

Die Dallas Cowboys verfolgen eine klare Strategie: Sie nutzen die Franchise-Tag-Regelung, um Wide Receiver George Pickens langfristig an sich zu binden – ohne eine faire langfristige Vertragslösung anzubieten. Trotz seiner starken Leistungen in der Vorsaison gibt es keine Pläne für eine Vertragsverlängerung, wie Executive Vice President Stephen Jones in einer Pressekonferenz vor dem NFL-Draft bestätigte.

Franchise-Tag als Druckmittel

Nach dem Erwerb von Pickens im Austausch gegen einen Drittrunden-Pick im letzten Jahr setzen die Cowboys nun auf den Franchise-Tag. Für 2026 ist ein Gehalt von 27,3 Millionen Dollar vorgesehen – deutlich unter dem aktuellen Marktwert. Der jüngste Vertrag von Jaxon Smith-Njigba zeigt, dass Top-Receivern mittlerweile über 42 Millionen Dollar pro Jahr gezahlt werden. Dennoch hält Jones an der Strategie fest:

"Es wird keine Verhandlungen für einen langfristigen Vertrag geben."
Stephen Jones, Executive Vice President der Dallas Cowboys

Pickens steht damit vor einer schwierigen Entscheidung: Entweder er akzeptiert den Franchise-Tag und erhält 27,3 Millionen Dollar für 2026, oder er verzichtet auf die Teilnahme am Offseason-Programm und riskiert, dass die Cowboys ihn erneut mit dem Tag belegen. Im nächsten Jahr würde sein Gehalt dann auf 33,6 Millionen Dollar steigen – immer noch unter Marktwert.

Zweijährige Bindung für 60 Millionen Dollar

Durch diese Taktik könnten die Cowboys Pickens für zwei Jahre an sich binden – mit einer Gesamtzahlung von 60,9 Millionen Dollar. Dies verzögert seine langfristige finanzielle Absicherung um zwei Saisons und zwingt ihn, weiterhin auf hohem Niveau zu performen, um eine Chance auf dem freien Markt zu haben. Ein dritter Franchise-Tag wäre zwar möglich, aber deutlich teurer.

Die Strategie der Cowboys reduziert Pickens auf eine reine Geschäftsentscheidung. Es bleibt unklar, ob der Spieler mit dieser Behandlung zufrieden ist oder sich fair behandelt fühlt. Besonders brisant: Pickens verhandelt ohne Agent, was die Cowboys bevorzugen, da Agenten in der Regel bessere Verträge aushandeln können. Zudem könnte die Verbindung zu Micah Parsons, der denselben Agenten hat, eine Rolle gespielt haben.

Pickens‘ einzige Option: Nicht spielen oder unterperformen

Pickens hat kaum Alternativen. Entweder er unterschreibt den Franchise-Tag und riskiert, dass die Cowboys ihn erneut taggen, oder er boykottiert die Vorbereitung. Ein Boykott könnte jedoch seine Chancen auf eine Vertragsverlängerung mindern. Selbst nach dem 15. Juli, wenn die Frist für langfristige Verträge endet, könnten die Cowboys weiterhin auf den Franchise-Tag setzen.

Die Taktik der Cowboys zeigt, wie die Franchise-Tag-Regelung genutzt wird, um Spieler zu kontrollieren – selbst wenn diese objektiv bessere Angebote auf dem freien Markt erzielen könnten.