Die Demokratin Cindy Burbank, eine ehemalige Apothekenangestellte, hat die Senatsvorwahl in Nebraska mit überwältigenden 89,2 Prozent der Stimmen gewonnen. Doch ihr Sieg war von Anfang an ein besonderer: Sie hatte sich bewusst dafür entschieden, die Vorwahl zu gewinnen – und dann im November nicht anzutreten. Ihr Ziel war es, eine Zersplitterung der demokratischen Stimmen zu verhindern, die sonst zwischen ihr, dem republikanischen Amtsinhaber und einem unabhängigen Kandidaten entstanden wäre.

Die Vorwahl fand am Dienstagabend statt. Burbank setzte sich in allen Landesteilen durch, mit Ausnahme einer ländlichen Region. Ihr einziger Gegenkandidat war der anti-abtreibungsfreundliche Pastor Bill Forbes, der von republikanischer Seite als „Pflanze“ in der demokratischen Vorwahl verdächtigt wurde. Senator Pete Ricketts soll Forbes unterstützt haben, um den demokratischen Kandidaten zu schwächen. Ricketts selbst bestreitet jedoch jede Verbindung zu Forbes.

Die demokratische Parteiführung hatte ursprünglich gar keinen eigenen Kandidaten aufgestellt. Stattdessen unterstützte sie Dan Osborn, einen Mechaniker und ehemaligen Gewerkschaftsführer, der als Unabhängiger antrat. „William Forbes kandidiert nicht, um Nebraska zu dienen. Er will Wähler täuschen“, erklärte die Vorsitzende der Demokratischen Partei in Nebraska, Jane Kleeb, im März. „Die Partei hat sich bewusst gegen einen eigenen Kandidaten entschieden.“

Burbank selbst äußerte sich nach ihrem Sieg überraschend enttäuscht. Die Auszählung dauerte nur sechs Minuten – zu schnell für ihren Geschmack. „Das hat den ganzen Spaß genommen“, sagte sie scherzhaft. In einer Nachricht an die New York Times schrieb sie zudem: „Ich hoffe, Ricketts zieht auch zurück. Das wäre so süß.“

Ursprünglich war Burbank von der Wahlkommission ausgeschlossen worden, weil sie öffentlich angekündigt hatte, nicht antreten zu wollen. Doch sie klagte erfolgreich gegen den Ausschluss und durfte schließlich doch wählen. Ihr ungewöhnlicher Plan sorgte für Aufsehen – und für eine klare Botschaft an die Demokraten: Manchmal ist ein strategischer Rückzug der bessere Weg, um die eigenen Ziele zu erreichen.