Fast 62.000 Jeep Cherokee in den USA müssen zurückgerufen werden. Betroffen sind Fahrzeuge der Baujahre 2019 bis 2023. Der Grund: Ein defekter Power Transfer Unit (PTU), der plötzlich die Motorleistung abschalten oder das Fahrzeug unkontrolliert rollen lassen kann.

Jeep hat bereits seit über sechs Jahren mit Problemen an der Antriebseinheit zu kämpfen. Besonders ärgerlich für die Besitzer: Der Defekt kann dazu führen, dass das SUV ohne Vorwarnung stehen bleibt – oder sich sogar im Stand in Bewegung setzt. Ein Szenario, das jedes Vertrauen in das Fahrzeug zerstört.

Wie äußert sich der Defekt?

Laut der beim National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) eingereichten Unterlagen kann die PTU intern versagen. Jeep geht nicht näher auf die Ursache ein, doch die Folgen sind klar: Betroffene Fahrzeuge verlieren plötzlich die Antriebskraft, während sie fahren. In einigen Fällen kann das Fahrzeug sogar im Stand unkontrolliert rollen, obwohl der Wählhebel auf „P“ steht.

Jeep warnt betroffene Besitzer vor folgenden Anzeichen:

  • Ungewöhnliche Geräusche während der Fahrt
  • Vibrationen im Fahrzeug
  • Warnmeldung „Service 4WD“ im Armaturenbrett

Betroffene Modelle und Zeitrahmen

Insgesamt sind 61.711 Jeep Cherokee von dem Rückruf betroffen. Alle Fahrzeuge wurden zwischen dem 12. Dezember 2018 und dem 24. Februar 2023 produziert. Die Besitzer werden bis zum 25. Juni 2025 von Jeep informiert.

Wiederkehrendes Problem: PTU-Defekte bei Jeep Cherokee

Das Problem mit der PTU ist für Jeep kein Neuland. Bereits 2020 mussten rund 180.000 Cherokee der Baujahre 2014 bis 2017 zurückgerufen werden – damals wegen potenzieller Brüche an den PTU-Eingangswellen. 2023 folgte ein weiterer Rückruf für Modelle aus den Jahren 2016 und 2017.

Im Januar 2025 wurden zudem 2017 bis 2019er Modelle wegen möglicherweise falsch sitzender Sicherungsringe in der PTU zurückgerufen. Nur wenige Tage später begann Jeep eine Untersuchung zu Totalausfällen der PTU bei Fahrzeugen von 2019 bis 2023.

Bekannte Vorfälle und aktuelle Situation

Jeep hat bisher 387 Garantieansprüche, 5 Feldberichte und 16 weitere Serviceaufzeichnungen zu dem Problem registriert. Zudem gibt es einen Unfall und eine Verletzung, die möglicherweise mit dem Defekt zusammenhängen.

Während Jeep an einer Lösung arbeitet, bleibt unklar, wann die betroffenen Fahrzeuge tatsächlich repariert werden können. Die Werkstätten und Besitzer müssen sich vorerst in Geduld üben.

„Das Problem mit der PTU ist für Jeep kein neues Phänomen. Doch die Häufung der Rückrufe zeigt, wie schwer es dem Hersteller fällt, die Ursache dauerhaft zu beheben.“

Quelle: CarScoops