Washington – Kristine Blanche, Ärztin für integrative Medizin und Ehefrau des amtierenden US-Justizministers Todd Blanche, ist nun Mitglied eines wichtigen Beratergremiums des National Institutes of Health (NIH). Sie wurde in den Beraterstab des National Center for Complementary and Integrative Health berufen – die erste Ernennung dieser Art seit über einem Jahr.
Ob ihre Auswahl ein Zeichen für eine mögliche Normalisierung der Beraterbesetzungen unter der Trump-Administration ist, bleibt unklar. Doch die Entscheidung hat in der wissenschaftlichen Gemeinschaft erneut Bedenken geschürt: Wird die NIH-Forschungsförderung politisch instrumentalisiert?
„Das ist die schlimmste Form von politischer Protektion“, kommentierte Joshua Gordon, ehemaliger Direktor des National Institute of Mental Health. Er und andere Experten befürchten, dass solche Ernennungen das Vertrauen der Steuerzahler in die Verwendung der jährlich 48 Milliarden Dollar NIH-Budget untergraben könnten. „Es ist offensichtlich, dass damit gezielt das Vertrauen in die NIH zerstört werden soll.“