Vorwürfe gegen World Liberty Financial

Die US-Senatorin Elizabeth Warren hat die von der Trump-Familie gegründete Krypto-Firma World Liberty Financial scharf kritisiert. Grund sind neue Enthüllungen über eine Partnerschaft mit dem Blockchain-Projekt AB, das Verbindungen zu einer sanktionierten kriminellen Organisation aufweist.

Wie das Wall Street Journal berichtet, wurden zwei mit AB verbundene Personen von der US-Regierung unter Trump wegen mutmaßlicher Verbindungen zur Prince Group sanktioniert. Die Prince Group steht im Verdacht, in Kambodscha Betrugs- und Menschenhandelssysteme zu betreiben. Das AB-Netzwerk selbst wird nicht direkt beschuldigt, doch die beiden Männer wurden bereits aus dem Projekt entfernt. Laut Berichten des Organized Crime and Corruption Reporting Project und Guardian Australia flossen keine illegalen Gelder in das Resort-Projekt der beiden Männer.

Warrens Reaktion und politische Hintergründe

Warren nutzte die Enthüllungen, um in einem Post auf X (ehemals Twitter) zu warnen:

"Während die Trump-Familie sich selbst an die erste Stelle setzt, muss der Kongress sicherstellen, dass Gesetze zu Digitalwährungen unsere nationale Sicherheit schützen."

Die Kritik Warrens unterstreicht, wie politische Gegner Trumps die Krypto-Branche zunehmend nutzen, um ihn und seine Verbündeten vor den wichtigen Midterm-Wahlen im November anzugreifen. Gleichzeitig investiert die Branche laut Follow The Crypto über 319 Millionen US-Dollar, um die Wahlen 2026 zu beeinflussen.

Rechtliche und politische Verstrickungen

Für World Liberty Financial markieren die Berichte einen weiteren Rückschlag. Erst kürzlich geriet das Unternehmen in einen Rechtsstreit mit dem Krypto-Milliardär Justin Sun, einem der größten Unterstützer der Firma.

World Liberty Financial wurde 2024 gegründet und wird unter anderem von Trumps Söhnen sowie den Söhnen des Milliardärs Steve Witkoff mitgegründet. Witkoff ist Sondergesandter des Weißen Hauses für den Nahen Osten. Sowohl das Weiße Haus als auch World Liberty Financial betonen, dass Trump und Witkoff keinen Einfluss auf die Geschäftsentscheidungen des Unternehmens haben.

Die Rolle von AB und die umstrittene Partnerschaft

AB kündigte im November 2023 eine Zusammenarbeit mit World Liberty Financial an, bei der der Stablecoin USD1 auf der AB Chain eingesetzt werden sollte. Doch nun stellt sich heraus, dass einer der Hauptverantwortlichen eines geplanten Blockchain-Resorts in Timor-Leste Verbindungen zur Prince Group hatte.

Die Prince Group wies die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück und betonte, keine illegalen Aktivitäten zu betreiben. Ein Anwalt von World Liberty Financial erklärte gegenüber dem Wall Street Journal, dass das Unternehmen keine Verbindungen zu den sanktionierten Personen habe und von dem geplanten Resort-Projekt nichts wusste. Die Zusammenarbeit mit AB sei keine Partnerschaft, sondern eine „begrenzte, nicht-exklusive Technologie-Integration". Die Due-Diligence-Prüfung sei dem Umfang der Zusammenarbeit angemessen gewesen.

Quelle: DL News