Washington – Der ehemalige FBI-Direktor Brian Driscoll hat bestätigt, was viele vermutet haben: Unter der Trump-Administration wurden Loyalitätstests im FBI durchgeführt, um die politische Ausrichtung von Mitarbeitern zu überprüfen. Driscoll, ein erfahrener FBI-Agent mit 18 Jahren Dienstzeit, sollte ursprünglich die Position des stellvertretenden Direktors übernehmen. Ein administrativer Fehler machte ihn jedoch vorübergehend zum amtierenden FBI-Chef – eine Position, die er bis zur Bestätigung von Kash Patel durch den Senat im Februar 2024 innehatte.
Driscoll erklärte gegenüber CNN, dass er das Amt nur angenommen habe, weil er zwischen ihm und einem politischen Ernannten wählen konnte. Doch mit der Zeit wurden die Fragen der neu eingesetzten Trump-Mitarbeiter immer besorgniserregender. Sie erkundigten sich nach Driscolls politischer Zugehörigkeit, Wahlverhalten und Unterstützung für Trump. Kash Patel, der spätere FBI-Direktor, formulierte es noch deutlicher: Driscoll dürfe nicht auf sozialen Medien aktiv sein, keine Spenden an die Demokratische Partei leisten und nicht für Kamala Harris bei der Präsidentschaftswahl 2024 gestimmt haben.
„Mir sträubten sich die Nackenhaare“, sagte Driscoll im Interview mit CNN. Nach seiner Bestätigung traf er sich mit Patel, der ihm unverblümt erklärte: „Das FBI hat versucht, den Präsidenten ins Gefängnis zu bringen, und das hat er nicht vergessen.“
Die Spannungen erreichten ihren Höhepunkt zwei Wochen nach Trumps Amtsantritt. Als das Weiße Haus die Namen von etwa 6.000 FBI-Mitarbeitern verlangte, die an den Ermittlungen zum Sturm auf das Kapitol beteiligt waren, lehnte Driscoll dies ab. Daraufhin warf ihm der damalige Justizbeamte Emil Bove „Insubordination“ vor und führte dies auf eine angebliche „kulturelle Verderbtheit“ im FBI zurück. Driscoll konterte: „Ich sagte ihnen, dass das falsch ist.“
Nur wenige Monate später, im August 2024, wurde Driscoll entlassen. Doch die Säuberungen gehen weiter: Laut Driscoll setzt sich die Trump-Administration weiterhin dafür ein, FBI-Mitarbeiter zu entfernen, die als Bedrohung für die Agenda des Präsidenten wahrgenommen werden. Dazu gehören auch Mitarbeiter, die an den Ermittlungen zum Sturm auf das Kapitol am 6. Januar 2021 oder an der Untersuchung der geheimen Dokumente Trumps beteiligt waren.
Driscoll ist einer von drei ehemaligen FBI-Führungskräften, die die Trump-Administration wegen ihrer Entlassung verklagen. Die Klage, die als „Rachefeldzug“ bezeichnet wird, ist noch anhängig.