Warum Ford-Chef Farley einen Xiaomi statt eines Tesla testete
Im Jahr 2024 wählte Jim Farley, CEO von Ford, den chinesischen E-Sportwagen Xiaomi SU7 für einen Vergleichstest – statt eines Tesla. Seine Begründung: Tesla fehlte zu diesem Zeitpunkt ein aktuelles Modell. Diese Entscheidung sorgte für Schlagzeilen, doch Farleys Aussagen zu Tesla sind differenzierter als oft dargestellt.
Farley lobt Xiaomi SU7 und betont BYDs Stärke
Auf dem Rapid Response Podcast erklärte Farley gegenüber Moderator Bob Safian: „Ich will ihn nicht mehr hergeben … er ist fantastisch.“ Gleichzeitig begründete er, warum er sich für den Xiaomi SU7 und nicht für ein Tesla-Modell entschied. Sein Fokus lag dabei weniger auf Kritik an Tesla, sondern auf der strategischen Bedeutung chinesischer Hersteller wie BYD für die globale E-Auto-Branche.
„Nichts gegen Tesla – sie machen großartige Arbeit. Aber sie haben aktuell kein neues Fahrzeug“, so Farley. Stattdessen hob er die Kostenführerschaft, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Expertise von BYD hervor. Besonders die intellektuellen Eigentumsrechte (IP) und die Lieferkettenkompetenz des chinesischen Herstellers seien für Ford von zentralem Interesse.
Teslas Strategiewechsel und Fords Fokus auf bezahlbare E-Autos
Farley betonte, dass Tesla in den letzten Jahren seine Prioritäten verschoben hat: weg von der kontinuierlichen Modellpflege hin zu Autonomieforschung, KI, Robotik und Software. Während Tesla seine Ressourcen in selbstfahrende Taxis und mobile KI-Plattformen investiert, setzt Ford auf erschwingliche E-Pickups und SUVs für den Massenmarkt.
„Die nächste Generation von E-Auto-Kunden in den USA will Pickups und SUVs – aber zu einem Preis von 30.000 statt 50.000 Dollar“, erklärte Farley. Damit macht er klar: Ford will keine Konkurrenz zu Teslas Robotaxi-Flotte aufbauen, sondern bezahlbare Elektrofahrzeuge für den Durchschnittsverbraucher entwickeln.
Chinesische Hersteller als Vorbild für die globale E-Mobilität
Farley unterstrich, dass amerikanische Hersteller wie Ford nur dann im globalen E-Auto-Wettbewerb bestehen können, wenn sie die Erfolgsfaktoren chinesischer Hersteller verstehen. BYD gilt derzeit als einer der effizientesten und kostengünstigsten Produzenten von Elektroautos – ein Modell, das Ford adaptieren möchte.
Seine Aussagen zeigen: Die E-Auto-Branche steht vor einem Paradigmenwechsel. Während Tesla auf Zukunftstechnologien setzt, konzentrieren sich traditionelle Hersteller wie Ford auf praktische, bezahlbare Lösungen für den Massenmarkt. Chinesische Hersteller wie BYD und Xiaomi spielen dabei eine Schlüsselrolle.
Fazit: Ford setzt auf BYD als Benchmark statt Tesla
Jim Farleys Entscheidung, den Xiaomi SU7 statt eines Tesla zu testen, ist kein Zufall. Sie spiegelt vielmehr Fords strategische Ausrichtung wider: Bezahlbare E-Autos für den Massenmarkt durch die Übernahme von Best Practices chinesischer Hersteller. Während Tesla seine Zukunft in autonomer Technologie sieht, setzt Ford auf effiziente Produktion und kostengünstige Modelle – und sieht in BYD den aktuellen Benchmark.