Ford bleibt hinter den Erwartungen zurück – Branchenweite Talfahrt
Die Nachfrage nach Neuwagen war im April 2025 so hoch, dass viele Käufer noch vor erwarteten Preiserhöhungen und dem Wegfall staatlicher Förderungen für Elektroautos zugeschlagen haben. Ein Jahr später zeigt sich nun das Gegenbild: Ford Motor Co. und die gesamte Automobilbranche kämpfen mit einem deutlichen Rückgang der Neuzulassungen.
Der US-Automobilhersteller aus Dearborn, Michigan, verzeichnete im April einen Rückgang der Verkäufe um 14,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Besonders stark betroffen waren Hybridfahrzeuge, deren Absatz um 32,5 Prozent einbrach. Fast alle Modelle von Ford verzeichneten Rückgänge – mit einer wichtigen Ausnahme.
Diese Modelle trotzten dem Trend
- Ford Bronco: +18,8 Prozent
- Ford Explorer: +1 Prozent
- Ford Mustang: +18,4 Prozent
- Lincoln Nautilus: +7,7 Prozent
Branchenweite Schwächephase hält an
Seit Jahresbeginn summieren sich Fords Verkäufe auf einen Rückgang von 10,4 Prozent. Doch auch hier sticht der Mustang mit einem Plus von 39,2 Prozent heraus. Der Bronco (+2,7 Prozent) und der Bronco Sport (+0,6 Prozent) konnten ebenfalls solide Zahlen vorweisen.
Nach Segmenten aufgeschlüsselt zeigt sich ein ähnliches Bild: SUVs verloren 16,6 Prozent, Pick-ups 14,1 Prozent. Im Gesamtjahr 2026 sanken die Verkäufe von Sport Utility Vehicles um 10,5 Prozent und von Pick-ups um 12,1 Prozent. Die Produktion des F-150 litt zudem unter zwei Bränden bei einem Aluminium-Lieferanten zu Jahresbeginn.
Industrie insgesamt mit 6,7 Prozent Rückgang
Laut einer vorläufigen Analyse von GlobalData sank die Branche im April insgesamt um 6,7 Prozent. Als Hauptgründe gelten die hohe Nachfrage im Vorjahr, als Käufer noch vor angekündigten Preiserhöhungen und dem Auslaufen der 7.500-Dollar-Steuervergünstigung für Elektroautos kauften.
Die saisonbereinigte Jahresverkaufsrate (SAAR) lag im April bei 16,1 Millionen Fahrzeugen – ein Wert, der zwar nicht schlecht, aber deutlich unter dem Vorjahreswert von 17,2 Millionen (April 2025) und dem Vormonat (16,3 Millionen im März) lag.
Ausblick auf Mai: Weitere Herausforderungen erwartet
Experten gehen davon aus, dass sich der negative Trend im Mai fortsetzen wird. Automobilhersteller versuchen, die Auswirkungen der im Vorjahr verhängten Zölle auf viele Fahrzeuge abzumildern, statt die Preise weiter zu erhöhen.
Die aktuellen Zahlen unterstreichen die anhaltende Unsicherheit im Automobilmarkt, die durch externe Faktoren wie Handelskonflikte und sich ändernde Förderbedingungen verstärkt wird.