Ich habe den Waschbären auf frischer Tat ertappt. Wörtlich. Mit schmutzigen Pfoten stand er vor meinem umgestürzten Gießkanne – ein untrügliches Zeichen für die nächtliche Razzia. Die Tiere hatten mein frisch bepflanztes Beet durchwühlt, Löcher gegraben und Setzlinge ausgerissen. In drei Jahren Gartenarbeit habe ich die nächtlichen Eindringlinge noch nie zu Gesicht bekommen. Immer nur ihre Spuren.

Doch warum schwärmt Zach Galifianakis in seiner neuen Netflix-Doku This Is a Gardening Show von den Freuden des Gärtnerns? Warum preist er die Vorzüge von Wasser, Nährstoffen und Geduld – während ich mich frage, warum meine Ernte nicht schon vor der Ernte von nächtlichen Allesfressern vernichtet wird?

„Für die Menschheit und die Welt selbst sehe ich die einzige Zukunft in einer agrarischen Lebensweise“, sagt Galifianakis in einer Folge über Kompostierung. „Wir sollten alle gärtnern können. Das ist ein besserer Zeitvertreib als Jetski-Fahren.“

Genau diese scheinbare Willkür – und die ständige Frustration – macht die Gartenarbeit paradoxerweise so erfüllend. Galifianakis zeigt in sechs Folgen auf verschiedenen Höfen, wie Gärtner und Bauern glücklicher und humorvoller wirken als der Durchschnitt. Ist es die frische Luft? Die ausgewogene Ernährung? Oder das kindliche Staunen über kriechende Regenwürmer im Kompost? Vielleicht einfach das Glück, in einer Welt zu leben, in der es keine Waschbären gibt.

Von sarkastischem Witz zu ländlicher Begeisterung

Der Zach Galifianakis aus Between Two Ferns – bekannt für seine beißende Ironie gegenüber ahnungslosen Prominenten – ist hier nicht zu sehen. Stattdessen strahlt er eine fast kindliche Begeisterung aus, wenn er über die Fähigkeiten der Gärtner spricht. (Ein Großteil des Humors stammt aus harmlosen Kinderinterviews über Lebensmittel.) Wenn er durch Gärten streift, weicht der spitze Witz einer echten Faszination für das, was hier wächst.

Ich kenne das Gefühl. Jeden Morgen gehe ich durch meinen Garten, begutachte die Schäden, gieße die Pflanzen und schneide Blumen für die Vase. Bienen summen umher, bestäuben meine heimischen Gewächse. Ich ernte frischen Spargel direkt aus der Erde – knackig, leicht scharf und mit einem Hauch Knoblauch. (Wer Spargel roh probiert hat, weiß, was ihm sein Leben lang entgangen ist.)

Doch im Gegensatz zu den Profis aus Galifianakis‘ Doku ernähre ich mich nicht selbstversorgend. Aber das ist auch nicht der Punkt. Ein Besuch in ihren Betrieben zeigt, wie sehr sich die moderne Landwirtschaft von industrieller Massenproduktion unterscheidet. Während Lebensmittelpreise explodieren und Bauern um ihre Existenz kämpfen,...

Quelle: Grist