Wer in letzter Zeit einen Kinobesuch unternommen hat, wird es bemerkt haben: Die Zuschauer sind deutlich jünger geworden. Die Generation Z und die Millennials treiben eine Art Renaissance der Kinos voran. Sie gehen nicht nur häufiger ins Kino, sondern geben auch mehr Geld pro Besuch aus als ältere Generationen. Das zeigt die aktuelle Studie "Moviegoing Trends and Insights" von Fandango, die die Kinogewohnheiten von über 7.000 Befragten analysiert hat.
Besonders auffällig ist die Generation Z: 87 % der nach 1997 Geborenen gaben an, im vergangenen Jahr mindestens einen Kinofilm gesehen zu haben – der höchste Wert aller Generationen. Zudem sind sie die Generation, die am häufigsten Tickets online kauft oder Snacks vorbestellt. Doch was macht den Kinobesuch für die Gen Z so attraktiv? Laut Fandango ist es vor allem das soziale Erlebnis. Die junge Generation geht bevorzugt mit Freunden ins Kino. Ein weiterer Trend: 92 % der Gen Z kombinieren den Kinobesuch mit einem Restaurantbesuch. Zum Vergleich: Bei den Babyboomern, die in ihrer Jugend oft das klassische "Essen und Film"-Date pflegten, waren es nur 58 %.
Warum zieht es Gen Z wieder ins Kino?
Neben dem Filmangebot selbst könnten auch gesellschaftliche Veränderungen eine Rolle spielen. Laut Benedict und Hannah Townsend, Moderatoren des Film- und TV-Podcasts Talk of the Townsends, suchen junge Menschen nach Alternativen zum digitalen Alltag.
"Mit der zunehmenden Dominanz des Internets, das oft als störend empfunden wird, suchen Gen Z nach Erlebnissen jenseits des 'schwarzen Spiegels'."Die Umfrage unterstreicht zudem, wie sehr die Gen Z den gemeinschaftlichen Charakter des Kinobesuchs schätzt. Jerramy Hainline, Executive Vice President bei Fandango, erklärt gegenüber Variety:
"Kinos bleiben ein wichtiger sozialer Treffpunkt für jüngere Zuschauer."
Allerdings gibt es noch eine kleine Lücke: Die Millennials liegen mit durchschnittlich 7,2 Kinobesuchen pro Jahr (2025) knapp vor der Gen Z mit 7,0 Besuchen. Insgesamt gesehen, lag der Durchschnitt aller Generationen bei 5,3 Kinobesuchen pro Jahr (2026).
Hollywood zwischen Hoffnung und Herausforderungen
Die Rückkehr der jungen Zuschauer ist für Hollywood eine gute Nachricht – doch die Branche steht gleichzeitig vor Herausforderungen. Im April allein kündigten zwei große Studios und eine hochkarätige Produktionsfirma Entlassungen an, die insgesamt über 1.000 Jobs betrafen. Dennoch blickt die Branche optimistisch in die Zukunft: Analysten prognostizieren, dass das Jahr 2026 das erfolgreichste Kinojahr seit 2019 werden könnte. Maßgeblich dafür sind Blockbuster wie Super Mario Galaxy, Pegasus 3 und Project Hail Mary, die bereits jetzt zu den umsatzstärksten Filmen des Jahres zählen. Zudem steht die sommerliche Kinohochsaison bevor, die traditionell hohe Besucherzahlen bringt.