Elon Musk und Sam Altman liefern sich vor Gericht einen erbitterten Rechtsstreit um die Zukunft von OpenAI. Im Zentrum steht die Frage, ob OpenAI durch die Umwandlung von einer Nonprofit-Organisation in ein gewinnorientiertes Unternehmen gegen seine ursprünglichen Statuten verstoßen hat. Musk wirft Altman vor, das Unternehmen illegal umstrukturiert und damit gegen die ursprünglichen Ziele verstoßen zu haben.

Musk fordert in seiner Klage die Rückführung der Milliardengewinne an die OpenAI Foundation sowie den Rücktritt Altmans von allen Führungspositionen. Der Konflikt eskalierte, nachdem OpenAI angekündigt hatte, noch in diesem Sommer an die Börse zu gehen – mit einer geplanten Bewertung von fast einer Billion US-Dollar.

Die umstrittene Umwandlung von OpenAI

Laut OpenAI war die Umwandlung in ein Profitunternehmen notwendig, um ausreichende Finanzmittel für die Entwicklung von KI-Technologien zu beschaffen. Die Nonprofit-Organisation gründete 2017 die gewinnorientierte Tochtergesellschaft OpenAI LP. In einer Stellungnahme von Dezember 2024 behauptete OpenAI, Musk habe bereits 2017 der Umwandlung zugestimmt – allerdings unter der Bedingung, die alleinige Kontrolle als CEO zu erhalten und eine Fusion mit Tesla zu ermöglichen.

Nach einem Machtkampf mit Altman um die Führung von OpenAI verließ Musk 2018 den Vorstand. OpenAI begründete dies mit möglichen Interessenkonflikten, da Musk gleichzeitig CEO von Tesla war. Heute fordert Musk jedoch die Rückgabe der Gewinne an die ursprüngliche Nonprofit-Organisation.

Von altruistischen Zielen zur milliardenschweren KI-Macht

OpenAI wurde 2015 von Musk, Altman und neun weiteren Gründern ins Leben gerufen. Das Ziel war damals klar definiert: die Entwicklung digitaler Intelligenz zum Wohl der Menschheit – ohne finanziellen Profitdruck. In der Gründungsurkunde von 2018 verpflichtete sich das Unternehmen sogar, eigene KI-Modelle zugunsten sicherer Alternativen zurückzustellen, falls ein anderes Projekt kurz vor der Entwicklung einer Superintelligenz (AGI) stehen sollte.

Heute präsentiert sich OpenAI als ein Unternehmen mit energieintensiven Rechenzentren, einem Chatbot, der in mehrere Amokläufe verwickelt war, und einer Technologie, die laut Tech-Journalistin Karen Hao aus dem Jahr 2025 „die größte Bedrohung für die Demokratie darstellt, die wir bisher gesehen haben“. Hinzu kommt die umstrittene Zusammenarbeit mit dem Pentagon, die OpenAI zunächst verheimlichte. Erst nach öffentlichem Druck kündigte Altman an, die Vereinbarung dahingehend zu ändern, dass die Technologie nicht für die Überwachung von US-Bürgern genutzt werden soll.

„Wir arbeiten mit dem Verteidigungsministerium zusammen, um Klarheit in unserer Vereinbarung zu schaffen. Unsere Prinzipien werden wir wie folgt ergänzen: ‚In Übereinstimmung mit geltendem Recht…‘“
— Sam Altman (@sama), März 2026

OpenAI hat sich damit von seinen ursprünglichen humanitären Zielen entfernt und steht heute im Zentrum von Kontroversen. Das Unternehmen veröffentlicht zwar 13-seitige Pläne für mehr Sicherheit in der KI-Entwicklung, doch die Frage bleibt: Wie viel Profit ist vertretbar, wenn es um die Zukunft der Menschheit geht?