Der US-Autokonzern General Motors (GM) hat sich mit dem Justizministerium Kaliforniens auf eine Strafe von 12,75 Millionen Dollar geeinigt. Der Vorwurf: Das Unternehmen verkaufte sensible Fahrerdaten ohne Einwilligung an zwei große Datenhändler und verstieß damit gegen kalifornisches Datenschutzrecht.

Laut der Anklage sammelte GM über das OnStar-System, das in vielen Fahrzeugen verbaut ist, Standort- und Fahrdaten von Hunderttausenden Kunden. Diese Informationen wurden an die Datenbroker Verisk Analytics und LexisNexis Risk Solutions weitergegeben – angeblich für rund 20 Millionen Dollar bundesweit. Die Kunden erhielten davon keine Kenntnis.

Die Staatsanwaltschaft Kaliforniens verklagte GM wegen Verstoßes gegen den California Consumer Privacy Act und das Unfair Competition Law. Die Behörden warfen dem Konzern vor, persönliche Daten wie Namen, Kontaktdaten und Geostandorte verkauft zu haben – obwohl GM in seiner Datenschutzerklärung behauptete, keine Fahr- oder Standortdaten zu verkaufen.

GM bereits mehrfach wegen Datenschutzverstößen in der Kritik

Dies ist nicht der erste Fall, in dem GM wegen des Umgangs mit OnStar-Daten in die Kritik gerät. Bereits im Januar 2025 hatte die Federal Trade Commission (FTC) dem Konzern verboten, Standort- und Fahrdaten fünf Jahre lang an Versicherer weiterzugeben. Kalifornien geht nun einen Schritt weiter und untersagt GM für denselben Zeitraum den Verkauf von Daten an Verbraucherauskunfteien.

Umfangreiche Auflagen im Vergleich

Neben der hohen Strafe muss GM folgende Maßnahmen umsetzen:

  • Stopp des Verkaufs von Fahrerdaten an Datenbroker und Auskunfteien für fünf Jahre;
  • Löschung aller gespeicherten Fahrerdaten innerhalb von 180 Tagen;
  • Forderung an Verisk Analytics und LexisNexis, alle von GM stammenden Daten zu vernichten;
  • Einführung eines neuen Datenschutzprogramms, das Risiken der Datensammlung durch OnStar bewertet und dokumentiert.

„Heute wird klargestellt, dass GM seine illegalen Praktiken beenden muss“, sagte Generalstaatsanwalt Rob Bonta. „Das Urteil unterstreicht die Bedeutung der Datensparsamkeit im kalifornischen Datenschutzrecht. Unternehmen dürfen Daten nicht einfach sammeln und später für andere Zwecke nutzen.“

Die Klage in Kalifornien wurde von der Staatsanwaltschaft im Namen der betroffenen Bürger eingereicht. Der Fall reiht sich in eine wachsende Zahl von Datenschutzverstößen ein, bei denen Automobilhersteller sensible Nutzerdaten an Dritte weitergaben – oft ohne ausreichende Transparenz oder Zustimmung.

Quelle: CarScoops