General Motors (GM) setzt gezielt auf die aktuellen Lieferengpässe bei Ford, um seine eigene Position im US-Pickup-Markt zu stärken. Während Ford mit massiven Produktionsproblemen kämpft, stockt GM seine Lagerbestände auf und leitet sogar Fahrzeuge aus dem Nahen Osten in die USA um.

GM erhöht Lagerbestände – Ford kämpft mit 40% weniger F-150-Lieferungen

GM-CFO Paul Jacobson bestätigte kürzlich, dass die Pickup-Inventare in den USA zum Ende des ersten Quartals um 9 % niedriger lagen als im Vorjahr. Der Hauptgrund: starke Verkäufe Ende 2025 und Produktionsstillstände für die nächste Generation schwerer GM-Pickups.

Doch GM will die Bestände nun gezielt erhöhen – von derzeit etwa 47 Tagen auf 50 bis 60 Tage. Ein entscheidender Faktor: Rund 7.500 große Pickups, die ursprünglich für den Nahen Osten bestimmt waren, werden nun in den USA verkauft. Grund dafür ist der Krieg im Iran, der die ursprünglichen Lieferwege blockiert.

„Schlankere Bestände haben den Einzelhandelsverkauf eingeschränkt. Wir arbeiten daran, die Lagerbestände unserer wichtigsten Produkte zu erhöhen und glauben, dass wir dies in den kommenden Quartalen weiter ausbauen können – immer im Einklang mit der Marktnachfrage.“
Paul Jacobson, CFO von General Motors

Fords Produktionsprobleme begünstigen GM und Ram

Fords F-150-Produktion leidet seit einem Großbrand im Aluminiumwerk von Novelis, einem wichtigen Zulieferer. Laut CatalystIQ sind die F-150-Lieferungen seitdem um über 40 % eingebrochen.

„Es ist klug, jetzt die Bestände zu erhöhen, da Fords Lagerbestände im Verhältnis zur Nachfrage niedrig sind“, erklärt Analyst David Whiston von Auto News. „Für GM ist es eine Chance, Fords Schwäche auszunutzen.“

Auch Ram könnte von Fords Problemen profitieren. Mit 138 Tagen Lagerbestand (Stand Ende März) liegt Ram deutlich über dem Branchendurchschnitt von 79 Tagen.

„Zwei große Hersteller können aus unterschiedlichen Gründen nicht so viel produzieren, wie sie zu Jahresbeginn geplant hatten. Ram hat dieses Problem derzeit nicht – das könnte zu Verschiebungen bei den Marktanteilen zwischen Ram und Chevrolet führen.“
Stephanie Brinley, S&P Global Mobility

Ausblick: Wer profitiert von der aktuellen Marktsituation?

  • GM: Erhöht gezielt Bestände und nutzt Fords Schwäche, um Marktanteile zu gewinnen.
  • Ram: Profitiert von überdurchschnittlichen Lagerbeständen und könnte Chevrolet Marktanteile abnehmen.
  • Ford: Muss die Produktion nach dem Novelis-Brand wieder hochfahren, um verlorene Marktanteile zurückzugewinnen.
Quelle: CarScoops