Die US-Behörden haben mit der Rückführung von 17 Passagieren der M/V Hondius begonnen, die sich an Bord des Kreuzfahrtschiffs mit dem Hantavirus infiziert haben könnten. Ein Passagier wurde positiv auf den Andes-Stamm getestet, ein weiterer zeigt milde Symptome. Die Betroffenen werden in das National Quarantine Center in Omaha, Nebraska, geflogen, um dort unter Quarantäne gestellt zu werden.
Rückholaktion unter strenger Beobachtung
Das US-Gesundheitsministerium (HHS) bestätigte am Montagabend, dass die Rückholung der US-Bürger gemeinsam mit der CDC und der Administration for Strategic Preparedness and Response (ASPR) organisiert wird. Die Passagiere werden von Teneriffa (Spanien) mit einem Sonderflug zum Offutt Air Force Base in Nebraska gebracht, wo das National Quarantine Center der Universität Nebraska eine hochspezialisierte Betreuung bietet.
Laut HHS befinden sich zwei der 17 Passagiere in biologischen Isoliereinheiten des Flugzeugs. Einer der beiden wurde positiv auf den Andes-Stamm getestet, der andere zeigt erste Krankheitssymptome. Beide werden unter maximalen Sicherheitsvorkehrungen behandelt, um eine mögliche Übertragung zu verhindern.
Symptome und Gefahren des Hantavirus
Das Hantavirus kann zu einer schweren Lungenerkrankung, dem Hantavirus-Pulmonales-Syndrom (HPS), führen. Die CDC warnt vor folgenden Symptomen, die zwischen 1 und 8 Wochen nach der Infektion auftreten können:
- Frühe Phase: Müdigkeit, Fieber, Muskelschmerzen (besonders in Oberschenkeln, Hüften, Rücken oder Schultern), Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen
- Späte Phase (4–10 Tage später): Husten, Atemnot, Brustenge, Flüssigkeitsansammlung in der Lunge
Die Sterblichkeitsrate bei HPS liegt bei etwa 38%. Besonders gefährlich ist der Andes-Stamm, da er – im Gegensatz zu anderen Hantaviren – von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Risiko für die Allgemeinbevölkerung
Die CDC betont, dass die Übertragung des Andes-Stamms zwar möglich ist, das Risiko für die Öffentlichkeit jedoch als gering eingestuft wird. Die meisten Hantaviren verbreiten sich über Nagetiere wie Ratten. Dennoch warnt die Behörde vor einer möglichen Ansteckung durch infizierte Passagiere, da die Inkubationszeit bis zu 42 Tage betragen kann. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht, wenn Symptome auftreten.
In einer aktuellen Mitteilung vom 8. Mai heißt es:
"Das Risiko für die Allgemeinbevölkerung bleibt gering, aber wir überwachen die Situation genau."
Maßnahmen und weitere Schritte
Die betroffenen Passagiere werden im National Quarantine Center medizinisch überwacht. Das Zentrum ist auf die Behandlung hochansteckender Krankheiten spezialisiert und bietet eine sichere Umgebung für Quarantäne und Therapie. Die US-Behörden arbeiten eng mit internationalen Partnern zusammen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
Experten raten Reisenden, die sich in betroffenen Regionen aufgehalten haben, auf Symptome zu achten und bei Verdacht sofort medizinische Hilfe zu suchen. Eine Impfung gegen Hantavirus gibt es derzeit nicht.