Der japanische Automobilhersteller Honda setzt auf bewährte Technologien und verlängert die Produktionszyklen mehrerer wichtiger Modelle. Damit reagiert das Unternehmen auf massive Wertverluste im Elektroauto-Bereich und eine strategische Neuausrichtung. Wie aus einem internen Schreiben an Zulieferer hervorgeht, werden die nächsten Generationen von Accord, Odyssey, HR-V, Acura MDX und Acura Integra erst ab 2030 erwartet – mehrere Jahre später als ursprünglich geplant.

Gründe für die Verzögerung

Honda hat in den letzten Monaten mehrere ambitionierte E-Auto-Projekte gestrichen, darunter ein neues Modell unter dem Namen Afeela, das in Zusammenarbeit mit Sony entwickelt werden sollte. Insgesamt beliefen sich die Wertberichtigungen auf rund 15,8 Milliarden US-Dollar. Um diese Verluste auszugleichen, setzt das Unternehmen nun auf eine Verlängerung der Lebenszyklen bestehender Modelle und eine stärkere Fokussierung auf Hybridtechnologien.

Auswirkungen auf einzelne Modelle

Odyssey

Der aktuelle Odyssey-Minivan debütierte im Januar 2017 und erhielt seitdem zwei Facelifts. Mit der neuen Planung könnte das Modell eine Laufzeit von über einem Jahrzehnt erreichen – eine Seltenheit in der Branche. Ursprünglich war ein Hybridmodell für 2027 vorgesehen, dieser soll nun erst März 2030 auf den Markt kommen. Honda erwog sogar, die Produktion des Minivans komplett einzustellen, entschied sich jedoch dagegen, um keine Kunden an die Konkurrenz zu verlieren.

Accord und Acura Integra

Der Accord der 11. Generation kam 2022 als Modelljahr 2023 auf den Markt und ist damit noch relativ neu. Die fünfte Generation der Acura Integra ist ähnlich alt, nutzt jedoch eine andere Plattform. Beide Modelle sollen nun bis 2032 weiterproduziert werden.

HR-V

Der HR-V ist in den USA bereits in der zweiten Generation erhältlich, die 2022 als Modelljahr 2023 debütierte. Auch dieser SUV soll bis 2032 weitergebaut werden. Interessanterweise basieren Accord, Integra und HR-V auf derselben Plattform – der Civic, der ebenfalls diese Plattform nutzt, wurde in den Verlängerungsplänen nicht erwähnt. Experten gehen jedoch davon aus, dass auch der Civic noch einige Jahre länger produziert wird.

Acura MDX

Der Acura MDX der vierten Generation startete 2021 als Modelljahr 2022. Statt eines Facelifts oder einer neuen Generation wird das SUV nun erst 2031 ein Update erhalten.

Zukunftsstrategie: Hybrid statt Elektro

Um die verlorenen Investitionen in die E-Mobilität zu kompensieren, setzt Honda künftig auf Hybridtechnologien. Ab 2027 plant das Unternehmen die Einführung von 13 neuen Modellen mit nächster Hybridgeneration. Diese Strategie soll die Wettbewerbsfähigkeit sichern, bis die Elektroauto-Infrastruktur weiter ausgebaut ist.

„Die Verzögerung der nächsten Modellgenerationen gibt uns die Möglichkeit, unsere Ressourcen gezielt in Hybridtechnologien zu investieren und gleichzeitig die Nachfrage nach bewährten Modellen zu bedienen.“
– Honda-Sprecher

Quelle: Hagerty