Ein vielversprechendes Konzept mit enttäuschendem Ergebnis
Mehrere Versuche, das Universum der Comic- und Animationsserie Invincible in ein Videospiel zu übertragen, gab es bereits. Invincible VS ist der jüngste dieser Versuche – und schien zunächst vielversprechend. Doch das Spiel verpasst die Chance, das Potenzial des Franchise auszuschöpfen. Für ein Universum, das für seine brutalen Kämpfe und epischen Schlachten bekannt ist, hätte ein Fighting Game eigentlich naheliegend sein müssen. Stattdessen bleibt Invincible VS in zentralen Bereichen so oberflächlich, dass es sich wie eine verpasste Gelegenheit anfühlt.
Ein Spiel mit bekannten Stimmen – aber ohne Seele
Invincible VS ist eine direkte Erweiterung des Prime-Video-Universums. Die meisten Synchronsprecher der Serie kehren zurück, darunter auch JK Simmons als Omni-Man. Allerdings gibt es einige Ausnahmen: Aleks Le übernimmt die Rolle von Steven Yeun als Invincible, Walton Goggins spricht Cecil und Seth Rogen spielt Allen den Alien. Le liefert eine solide Leistung, die jedoch nicht an Yeuns Original heranreicht. Ähnlich verhält es sich bei den anderen Rollen – die vertrauten Stimmen fehlen, was dem Spiel an Authentizität nimmt.
Eine Story, die zu kurz und zu belanglos ist
Die Story-Mode des Spiels ist mit etwa 75 Minuten extrem kurz – selbst für Fighting-Game-Verhältnisse. Die Handlung besteht aus einigen gut animierten Zwischensequenzen, die durch zufällig wirkende Kämpfe unterbrochen werden. Obwohl das Spiel als "standalone narrative im Invincible-Universum" beworben wird, bleibt die Story flach und ohne Tiefe. Selbst die Beteiligung eines der Produzenten und Drehbuchautoren der Serie konnte daran nichts ändern. Neben Invincible selbst sind bekannte Charaktere wie Omni-Man, Atom Eve und Rex Splode spielbar. Hinzu kommt Ella Mental, eine Originalfigur, deren Potenzial jedoch ungenutzt bleibt. Statt als Perspektivfigur zu dienen, wird sie einfach als "eine weitere Heldin der Erde" behandelt – ein passendes Bild für die insgesamt belanglosen Ereignisse der Story.
Visuell stark, aber ohne Substanz
Die Zwischensequenzen des Spiels sind optisch beeindruckend, doch sie führen nirgendwo hin und erzählen keine substanzielle Geschichte. Als Fan der Prime-Video-Serie kenne ich alle Charaktere – doch das Spiel vermisst den typischen Charme und den schwarzen Humor der Serie. Es wirkt wie eine verpasste Chance, das Franchise sinnvoll zu erweitern. Vielleicht ist ein Fighting Game einfach nicht der richtige Weg, um das zu erreichen, was sich Fans wünschen.
Fazit: Ein enttäuschendes Debüt
Invincible VS hätte das perfekte Spiel für Fans der Serie sein können. Doch trotz bekannter Synchronsprecher und eines vielversprechenden Konzepts bleibt es eine enttäuschende, oberflächliche Umsetzung des Universums. Wer auf ein tiefgründiges Story-Erlebnis oder eine treue Adaption der Serie hofft, wird enttäuscht sein.