Elektro-Rennen entwickeln sich langsamer als erwartet, obwohl Serien wie die Formel E bereits in die vierte Generation ihrer Fahrzeuge vorstoßen. Doch während andere Rennklassen mit Elektroantrieben experimentieren, bleibt die Begeisterung für E-Auto-Rennen oft gedämpft – ähnlich leise wie die Fahrzeuge selbst. Die Japan Electric Vehicle Race Association (JEVRA) hat jedoch eine Lösung gefunden, die funktioniert: Unterhaltsames Racing mit Straßenfahrzeugen, Jazzmusik und leidenschaftlichem Kommentar.

Gegründet 2010, um Elektroautos im Kampf gegen den Klimawandel zu fördern, startete die JEVRA kürzlich ihre Saison 2026 mit einem Rennen auf der Strecke von Tsukuba. Das Event, kürzlich auf YouTube veröffentlicht, zeigt, wie spannend E-Rennen sein können – sogar ohne Verbrennungsmotoren. Der Grund dafür liegt nicht nur in den Regeln oder den Fahrzeugen, sondern vor allem in der Produktion: Ein jazziger Fusion-Soundtrack, der an Videospiele oder Cafés in Tokio erinnert, ersetzt das typische Motorengeräusch. Dazu kommt ein enthusiastischer Kommentar, der selbst ohne Japanisch-Kenntnisse mitreißt.

Dieser Ansatz erinnert an die frühen Tage des Motorsports, als Straßenfahrzeuge mit wenigen Modifikationen zu Rennwagen umfunktioniert wurden. Beim Tsukuba-Rennen traten unter anderem ein Tesla Model S Plaid, mehrere Model 3 Performance und Hyundai Ioniq 5 N an – allesamt mit minimalen Veränderungen und sogar originalen Innenräumen. Die Fahrzeuge sind in Klassen nach Leistung eingeteilt, von 150 kW (201 PS) bis über 401 kW (537 PS). Zusätzlich gibt es Klassen für SUVs und Wasserstoff-Brennstoffzellenfahrzeuge, wobei letztere hier nicht antraten.

Die Regeln berücksichtigen auch die aktuellen Grenzen von E-Autos: Die EV-R-Klasse erlaubt Reichweitenverlängerer wie den BMW i3 REx oder den Mazda MX-30, aber auch Hybride wie den Nissan Note e-Power. Bei diesen Fahrzeugen treiben Elektromotoren die Räder an, während ein Benzinmotor als Generator fungiert. Das Rennen in Tsukuba war auf nur 55 Kilometer (34 Meilen) oder 27 Runden begrenzt – eine Distanz, die die Batterien nicht überlastet. Kürzere Rennen passen zudem zu den verkürzten Aufmerksamkeitsspannen durch Social Media.

Die Kombination aus Straßenfahrzeugen, Jazzmusik und leidenschaftlichem Kommentar könnte auch andere Serien inspirieren. Die Electric GT versuchte vor einigen Jahren, ein ähnliches Konzept mit FIA-Zulassung umzusetzen, scheiterte jedoch. Vielleicht fehlte einfach der richtige Sound und die richtige Stimmung. Die JEVRA zeigt, dass E-Rennen nicht nur technisch, sondern auch emotional überzeugen können.

Quelle: The Drive