JPMorganChase erhält 77 Millionen Dollar für ein Datenzentrum – mit nur einem Job als Gegenleistung
Ein neues Datenzentrum des Finanzgiganten JPMorganChase in Orangeburg, New York, erhält eine staatliche Subvention von 77 Millionen Dollar. Doch die lokale Wirtschaft profitiert davon kaum: Das Projekt schafft laut offiziellen Angaben nur einen einzigen Vollzeitjob. Die Entwicklung wirft erneut Fragen über die Sinnhaftigkeit solcher Subventionen auf.
Ein Datenzentrum mit minimalem Nutzen für die Region
Das Datenzentrum in Orangeburg, etwa 45 Minuten von New York City entfernt, wird mit öffentlichen Geldern in Höhe von 77 Millionen Dollar gefördert. Die Gegenleistung? Ein einziger Vollzeitjob. Diese Bilanz wirkt besonders skandalös, wenn man bedenkt, dass ähnliche Projekte in der Vergangenheit bereits für Kritik sorgten.
Zum Vergleich: Ein kürzlich in Ohio errichtetes Datenzentrum mit einem Volumen von 136 Millionen Dollar erhielt eine Steuerbefreiung von 4,5 Millionen Dollar – und sollte immerhin zehn Jobs schaffen. Das New Yorker Projekt übertrifft diese Summe bei Weitem, bietet aber kaum messbaren Nutzen für die Region.
Kritik an der Subventionspolitik
Kasia Tarczynska, Senior Research Analyst bei der Organisation Good Jobs First, die sich für faire Wirtschaftspolitik einsetzt, kritisiert die Subventionen scharf:
„Die Region gibt eine enorme Menge an öffentlichem Geld aus, ohne dafür eine angemessene Gegenleistung zu erhalten.“
Die Kritik ist berechtigt: Datenzentren benötigen zwar enorme Mengen an Strom und Wasser, beschäftigen aber nur ein Minimum an Personal. Die meisten Arbeitsplätze entstehen während der Bauphase und sind temporär. Steven Porath von der Rockland County Industrial Development Agency, die die Subventionen genehmigte, relativiert dies jedoch:
„Wenn man nur die Vollzeitjobs zählt, wirkt das absurd. Das Projekt schafft über 1.400 temporäre Arbeitsplätze für lokale Auftragnehmer.“
Doch selbst diese Argumentation ist fragwürdig, da die meisten dieser Jobs nach Abschluss der Bauarbeiten wieder wegfallen.
Weitere Bedenken: Steigende Kosten für Anwohner
Neben der fragwürdigen Subventionspraxis gibt es weitere Sorgen: Lokale Aktivisten befürchten, dass die zunehmende Ansiedlung von Datenzentren in der Region zu höheren Strom- und Wasserkosten für die Anwohner führen könnte. Orangeburg entwickelt sich zunehmend zu einem Hotspot für solche Projekte im Großraum New York City.
Ein Trend mit problematischen Folgen
Das JPMorganChase-Projekt könnte erst der Anfang sein. Die wachsende Nachfrage nach Datenzentren – getrieben durch die KI-Branche – führt dazu, dass immer mehr Städte und Gemeinden Subventionen an Tech-Konzerne vergeben. Kritiker sehen darin eine Belastung für die Steuerzahler, die am Ende die Rechnung zahlen müssen.
Die Entwicklung wirft grundsätzliche Fragen auf: Sind solche Subventionen noch zeitgemäß, oder handelt es sich um eine moderne Form der Subventionspolitik, die vor allem den großen Tech-Konzernen zugutekommt?